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27.09.2007 · Allgäu

Neuschwanstein beim Oktoberfest

Trachtenumzug Schloss-Modell, Schwangauer Blasmusik, Trachtler beliebte Fotomotive

Schwangau/München l ase/asp l „Des isch ebbs anders wie a Trachtefescht bei eis.“ Albert Sepp, der Vorsitzende des Trachtenvereins „D' Schwanstoaner“, war nicht zum ersten Mal beim großen Trachten- und Schützenumzug am ersten Oktoberfest-Sonntag in München dabei. Aber diesmal passte einfach alles: Das herrliche Wetter, das Modell von Schloss Neuschwanstein als Schwangauer Beitrag und die Tausenden von Menschen am Rand des Zugweges. „Die waren alle so freundlich, winkten uns zu und klatschten“, erzählte Sepp unserer Zeitung. Nach den sieben Kilometern war nicht nur er erstaunt, wie kurz die Wegstrecke sein kann.

Dabei aber hatten die Schwangauer einen langen, langen Tag. Bereits am Samstag zuvor waren „unsere Freunde aus Höchstädt an der Donau mit dem Festwagen Schloss Neuschwanstein“ nach München gefahren. In Schwangau-Brunnen begann für Josef Kotz, seine Begleiter und neun Pferde nachts um zwei im Viehtransporter die Fahrt in die Landeshauptstadt. Um 6 Uhr stiegen Musikkapelle, Frauengruppe im Schwangauer Gwand und Trachtler/innen in drei Busse. Unmittelbar vor der Abfahrt Anruf beim Kotz Josef in München. „Habt ihr etwas vergessen? Müssen wir noch etwas mitbringen?“ Kotz: „Nix vergess'n, Pferde und wir gut angekommen.“

Zweieinhalb Stunden später rollen die drei Busse aus Schwangau in München ein. Schnell alles ausladen, die Busse fahren zum Parkplatz bei der Theresienwiese. Trachtler/innen aus ganz Bayern bereiten sich auf den Umzug vor. Auch die Schwangauer. „So viele verschiedene Trachten sehen wir im Allgäu nie“, machen die Schwangauer große Augen.

Dann wird's für die „Zugnummer 9“ aus Schwangau ernst: Dirigentin Alexandra Böhling hebt den Taktstock, und mit Marschmusik der Blaskapelle geht es auf den Weg zur Wiesn. Die Zuschauer stehen teilweise in Zweier- bis Fünfer-Reihen, winken und spenden Beifall. „Unser Festwagen war der Höhepunkt“, erzählt Albert Sepp. „Vor allem die Zuschauer aus dem Ausland fotografierten uns.“ Der Festwagen mit dem Schloss-Neuschwanstein-Modell ist eine Leihgabe des Höchstädter Faschingsvereins „Schlossfinken“. Sie hatten Neuschwanstein nachgebaut und es den Schwangauern fürs Oktoberfest zur Verfügung gestellt. Gezogen wurde der Wagen sechsspännig mit Kaltblütern von Josef Kotz.

Eine Maß und ein Hähnchen

Beifall von den Zuschauern gab's auch für die Schwangauer Trachtler, bei denen Bürgermeister Reinhold Sontheimer mitmarschierte. Und für deren Frauengruppe: Sie präsentierte sich in München im „Schwangauer Gwand“. Auf der Wiesn hießen die Fahrgeschäfte, die Bavaria und die Bierzelte die Schwangauer willkommen. Allerdings kam's aus organisatorischen Gründen zur Trennung: „Unsere Gruppen waren auf drei Zelte verteilt.“ Hier gab's als Dank der Veranstalter für jeden eine Maß Bier und ein halbes Hähnchen. Abends um sechs ging's zurück ins Allgäu. „Ein paar Unermüdliche“ ließen in Schwangau „beim Postwirt mit unseren Reitern und Festwagenbegleitern“ den Tag ausklingen.

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Artikelinfos
Veröffentlichung27.09.2007
Aktualisierung22.06.2011 16:26
OrtAllgäu
Schlagwörteroktoberfest
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