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16.03.2010 · Kaufbeuren | Von Markus Bär

Mönche wollen in Radarstation einziehen

Bauausschuss - Nach langer Suche hat Abtei neuen Standort gefunden

Kaufbeuren · Lange Monate haben die Mönche der Abtei St. Severin nach einem neuen Standort gesucht (wir berichteten). Auch ihr Versuch, das bisherige Gebäude in Leinau, in dem sie als Mieter einquartiert waren, selbst zu ersteigern, schlug fehl. Bei 230000 Euro mussten sich die Fratres bei der Versteigerung geschlagen geben, das Objekt ging an einen anderen Käufer. Nun haben die Mönche einen neuen Standort im Visier: die ehemalige Radarstation der Bundeswehr im Kaufbeurer Eichwald (auf der Anhöhe zwischen Kaufbeuren und Friesenried). Der Bauausschuss stimmte dem Vorhaben einstimmig zu.

Mönche wollen in Radarstation einziehen
Die Optik der ehemaligen Radarstation im Eichwald entspricht nicht ganz dem Bild, das man gemeinhin von einem Kloster hat. Fotos: Mathias Wild Bild: mathias wild

Laut Klaus Dieter Nentwich, ehrenamtlicher Geschäftsführer der Abtei, liegt den vier Brüdern des Klosters die schriftliche Genehmigung noch nicht vor. Geht alles gut, wollen sie aber am 1. Mai den regulären Klosterbetrieb aufnehmen. «Derzeit schlafen sie noch auf Feldbetten im alten Gebäude in Leinau», so Nentwich. Eine offizielle Eröffnung ist am Wochenende 29. und 30. Mai vorgesehen. Dazu wird auch der dann amtierende alt-katholische Bischof Deutschlands, Matthias Ring, erwartet. Der Umbau der Radarstation in ein Kloster ist nicht ganz einfach, schließlich gab es in dem Gebäude früher vorwiegend Schulungsräume. «Wir rechen mit Kosten in Höhe von einer halben Million Euro», ergänzt der Geschäftsführer. Ein Teil des Geldes sei noch von der «Aktion Ziegelstein» übrig, mit der die Mönche seinerzeit bei der Versteigerung des Leinauer Gebäudes mithalten wollten.

Aber das sei nicht ausreichend: «Wir sind auf Spenden angewiesen, wie auch auf ehrenamtliche Mithilfe». Froh sei die Abtei über eine ganze Reihe von hiesigen Handwerkern, die den Brüdern preislich sehr entgegen gekommen seien. In der Radarstation wird bereits gewerkelt.

«Der abgeschiedene Standort auf der Anhöhe ist für ein Kloster ideal», erläutert Nentwich weiter. «Dort ist es ruhig und es soll wieder ein Zisterzienser-Klostergarten entstehen.» Er ist sich sicher, dass der neue Standort wesentlich langfristiger Bestand haben wird. Nach den Querelen als Mieter in Leinau habe man sich mit den Besitzern des Objektes, Privatleuten aus Oberbeuren, auf eine 99 Jahre dauernde Erbpacht geeinigt.

Im Kaufbeurer Bauausschuss fanden die Kommunalpolitiker freundliche Worte für das Vorhaben. «Dann hätten wir zwei Klöster in der Stadt», sinnierte etwa Oberbürgermeister Stefan Bosse (CSU). «Ich bin froh, dass sich für das Gebäude wieder ein Nutzer gefunden hat», ergänzte sein Parteifreund, Bürgermeister Gerhard Bucher.

Ursprünglich sollte auf dem früheren Bundeswehrareal vor Jahren einmal ein Krematorium entstehen. Der Bauausschuss hatte dafür 2003 die entsprechende Genehmigung erteilt. Die Pläne waren aber nie verwirklicht worden.

2005 war dann der Betrieb einer Auto-Tuning-Firma im Gespräch. Aber auch daraus wurde nichts. Von außen werde sich die Ansicht des Gebäudes kaum ändern, betonte Michael Morhardt von der Bauverwaltung. Einige Räte stellten Sachfragen bezüglich des Brandschutzes oder der Abwasserentsorgung. Ohne Gegenstimme wurde das Vorhaben schließlich für gut geheißen.

Wer spenden will, kann unter dem Stichwort «Ziegelstein» Geld an die «Förderstiftung der Freunde der Abtei St. Severin» - Kontonummer 103500136, Raiffeisenbank Kirchweihtal (BLZ: 733 699 18) - überweisen.

Mönche wollen in Radarstation einziehen
Im künftigen Kloster sind weite Blicke übers Land möglich - und auf den Hundeübungsplatz in der unmittelbaren Nachbarschaft. Bild: mathias wild
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Artikelinfos
AutorVon Markus Bär
Veröffentlichung16.03.2010
Aktualisierung04.06.2011 00:32
Ort Kaufbeuren | Von Markus Bär
Schlagwörterkloster
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