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07.06.2010 · Memmingen (az)

«Miteinander feiern und reden»

Straßenfest - Behinderte und Nichtbehinderte gehen im Hallhof aufeinander zu

Memmingen · Samstag, zehn Uhr - noch eine Stunde bis zur offiziellen Eröffnung. Die meisten Bierbänke auf dem Hallhof sind schon gut besetzt. Nach einigen verregneten Straßenfesten der Behinderten-Gruppen hat der Himmel beim 23. Mal wieder ein Einsehen. Der Saxophonist der Combo 78 bläst beachtlich. Die Krautnudeln duften verführerisch. Aber es ist noch zu früh zum Probieren. Auch die Riesenauswahl an Kuchen, von Hausfrauen gebacken und gespendet, darf noch keine Beachtung finden. Dafür zwei Teile aus der Wühlkiste der Regens-Wagner-Werkstätten in Lautrach zu je einem Euro. Dann noch den Losgewinn der Caritas - von Hand gestrickte Socken - abholen. Jetzt schnell zu einem Schattenplatz, Verena Gotzes spricht bereits ins Mikrophon: « miteinander feiern, miteinander reden. Unter diesem Motto haben wir Menschen mit und ohne Behinderung eingeladen.»

«Miteinander  feiern und reden»
Die Breakdance-Gruppe der Tanzschule Tosca begeisterte am Samstag mit akrobatischen Einlagen die Besucher des Straßenfestes der Behindertengruppen auf dem Memminger Hallhof. Fotos: Roland Schraut Bild: roland schraut

Lob für Engagement

Die Vorsitzende des Behindertenbeirats weist auf eine UN-Konvention hin, in der verankert ist, dass behinderte Menschen nicht mehr ausgegrenzt werden dürfen. Das bedeute zum Beispiel Wahlfreiheit zwischen Sonder- und Regelschule sowie barrierefreies Bauen.

Dann werden drei Pokale an Männer verliehen, die sich unterschiedliche Verdienste erworben haben. Der Lehrer der Bismarckschule Uli Eckstein und der Sonderschullehrer Benjamin Schneider von der Astrid-Lindgren-Schule in Kempten für ein Modellprojekt, bei dem kranke Schüler Online-Unterricht erhalten.

Zur dritten Ehrung kommt Gerhard Dintel im Rollstuhl auf die Bühne, weil er vorbildlich seiner Frau den Rücken frei hält für deren umfangreiches ehrenamtliches Engagement, gleichfalls vom Rollstuhl aus. Als Schirmherr der Veranstaltung lobt Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger den jahrelangen Einsatz der Stadträtin Verena Gotzes als Behinderte für Behinderte. Zudem betätigen sich Landrat Hans-Joachim Weirather und der evangelische Dekan Kurt Kräß als Losverkäufer.

Helga Gerstberger von der Behinderten-Kontaktgruppe liefert zum 21. Mal beim Straßenfest eine Geldspende ab. Dieter Betke und Hermann Zelt werden ebenfalls für ihren Einsatz gelobt. Dann nimmt der Fanfarenzug Aitrach Aufstellung, um das bunte Programm zu eröffnen, an dem auch der Memminger Trachtenverein und die Tanzschule Tosca mitwirken.

Auf dem Hallhof herrscht zur Mittagsstunde ein Andrang, der immer noch mehr Bänke und Tische erfordert. So finden Begegnungen zwischen behinderten und nicht behinderten Besuchern, wie sie sich Verena Gotzes gewünscht hat, allenthalben statt. (eg)

«Miteinander  feiern und reden»
Der Aitracher Fanfarenzug eröffnete das bunte Rahmenprogramm des Festes. Bild: roland schraut
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Artikelinfos
Autoraz
Veröffentlichung07.06.2010
Aktualisierung17.04.2013 11:04
Ort Memmingen (az)
Schlagwörterbehinderung
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