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29.04.2009 · Marktoberdorf / Ostallgäu | Von Reinhold Löchle

Klinikenmanagement: Sana steigt aus Verhandlungen aus

Absage - Privater Klinikbetreiber sieht keine Zukunft für heutige Krankenhausstruktur im Ostallgäu und vermisst Gesamtkonzept

Marktoberdorf / Ostallgäu · Eigentlich sollte die Sana Kliniken AG (München) bis Ende April ein medizinisches Grobkonzept für die fünf Häuser des Krankenhausverbunds Ostallgäu-Kaufbeuren vorlegen. Auf dessen Basis wollte der Verwaltungsrat des Kommunalunternehmens dann über einen Managementvertrag mit Sana entscheiden. Wie unsere Zeitung jetzt aber erfuhr, steigt Sana aus den Vertragsverhandlungen aus. Mit dieser Nachricht aus München wurden Landrat Johann Fleschhut und Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse am Montag überraschend konfrontiert.

«Abschluss nicht sinnvoll»

Nach «vertrauensvollen Beratungen» mit dem Verwaltungsrat der Kliniken Kaufbeuren-Ostallgäu sei die Sana Kliniken AG zu der Überzeugung gelangt, dass der Abschluss eines Managementvertrages «zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sinnvoll ist», so das Unternehmen zu unserer Zeitung. Man akzeptiere «ausdrücklich die politische Prämisse» des Erhalts aller Standorte und des Fortbestands der Notfallversorgung in den einzelnen Häuser. Andererseits könnten, so Sana, «aus fachlicher Einschätzung» die Standorte «in ihrer heutigen Struktur nicht erhalten bleiben». Die Häuser müssten vielmehr für eine zukunftsweisende Gesundheitsversorgung «weiterentwickelt» werden. Dazu hätte es nach Ansicht von Sana eines Gesamtkonzeptes bedurft.

Der klare Schwerpunkt der Veränderungen hätte nach Informationen der AZ den Kliniken Marktoberdorf, Obergünzburg, Füssen und Buchloe gegolten. Sana hätte - wie vorgegeben - die Häuser erhalten, jedoch nicht alle in ihrer bisherigen Form. «Strukturerhalt setzt auch Strukturentwicklung voraus», so ein Sana-Verantwortlicher.

Der 24-Stunden-Betrieb wäre seinen Worten zufolge beibehalten worden. Dasselbe hätte für die Notfallversorgung gegolten, jedoch nicht mehr überall im heutigen Umfang. Einfachere OPs hätten ebenfalls weiter zum medizinischen Angebot gehört. Dagegen wäre für schwere Operationen das Klinikum Kaufbeuren zuständig gewesen. «Das ist aber heute schon der Fall», so der Experte. Wer zum Beispiel eine Tumor-OP vor sich habe, gehe gleich in ein größeres Haus: «Der Bürger kennt schließlich die Situation und fährt zum Spezialisten.»

«Nur mit Beteiligung von Sana»

Bestimmte Punkte im Vertragsentwurf sowie Analysen und Gespräche mit Kassen und Ministerium ließen Sana schließlich zu der Überzeugung kommen, dass ohne größere Veränderungen keine Aussicht auf Sanierungserfolg besteht. Die jetzigen Strukturen bedeuteten «erhebliche wirtschaftliche Risiken», so Sana in einem Schreiben an die AZ.

Die Defizite und der künftige Zuschussbedarf verlangten vom Landkreis und der Stadt Kaufbeuren als Träger «insbesondere vor dem Hintergrund der Auswirkungen der Finanzkrise auf die kommunalen Haushalte» große Anstrengung.

Somit halte man in dieser Situation «den erfolgreichen Strukturwandel in der Gesundheitsversorgung des Landkreises nur in Form einer unternehmerischen Mitverantwortung und einer langfristigen Beteiligung der Sana Klinken AG für möglich», stellt das Unternehmen fest.

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Veröffentlichung29.04.2009
Aktualisierung27.06.2011 16:41
Ort Marktoberdorf / Ostallgäu | Von Reinhold Löchle
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