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19.04.2011 · Füssen

Klinik-Reform: Fragezeichen hinter Investitionen und Geburtshilfe

Landrat Fleschhut: Geplante Erweiterung der Geriatrie in Füssen ungewiss

Klinik-Reform · Füssen 22 Millionen Euro sollten in das Füssener Krankenhaus investiert werden. Nach den Szenarien der Unternehmensberatung Kienbaum zur Zukunft der Ostallgäuer Kliniken steht hinter dem Modernisierungspaket nun ein Fragezeichen. Auch der Fortbestand der Geburtshilfe wackelt - die Abteilung wollen die Füssener aber auf jeden Fall retten.

22 Millionen fließen nach Füssen
«Dieser richtungweisende Schritt erfordert von uns viel Mut und Zutrauen in unsere Mitarbeiter. Wir gestalten die Zukunft damit aber offensiv und wir sind sicher, dass die Bürger unser Angebot ...
Neuer Pflegetrakt kommt sicher

Bei den Investitionen geplant war bisher unter anderem eine erhebliche Erweiterung der Geriatrie. Eines von zwei Szenarien der Unternehmensberatung sieht nun vor, in Marktoberdorf ein geriatrisches Zentrum einzurichten. «Käme das so, würden die Investitionen in Füssen diesbezüglich wegfallen», erklärte Landrat Johann Fleschhut auf Nachfrage unserer Zeitung. Sicher sei aber, dass der alte Pflegetrakt abgerissen und ein neuer gebaut wird (Kosten: knapp 10,2 Millionen Euro). Die staatlichen Fördermittel in Höhe von 6,7 Millionen Euro seien bereits bewilligt. Düster sehe die Zukunft für das Füssener Haus aber keineswegs aus. «Kienbaum schlägt auch vor, Kaufbeuren und Füssen zu zwei zentralen Versorgern zu machen. Das halte ich als Zukunftssicherung für richtig», so Fleschhut.

Zahl der Geburten unter 300

Auch hinter der Geburtshilfe steht ein Fragezeichen. «In den vergangenen Jahren lag die Zahl der Geburten deutlich unter 300. Auf Dauer kann man das nicht weiterführen», laute die Schlussfolgerung der Beratungsfirma Kienbaum. Fleschhut betonte, die Qualität der Geburtshilfe sei trotz niedriger Zahlen hoch gehalten worden. «Wir müssen jetzt aber überlegen, wie mehr Schwangere das Füssener Haus nutzen.»

Für den Erhalt der Geburtshilfe einsetzen will sich Bürgermeister Paul Iacob. Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte er: «Es ist hinnehmbar, dass Patientinnen mit Not- oder schweren Geburten in Kaufbeuren versorgt werden.» Normale Geburten müssten aber weiter in Füssen möglich sein. Iacob will nicht nur das Gespräch mit Verwaltungsräten suchen: «Ich werde auf den Krankenhaus-Förderverein und die Ärzte zugehen.»

Akutgeriatrische Abteilung?

Für Iacob wäre es zudem denkbar, statt einer erweiterten Geriatrie eine kleinere akutgeriatrische Abteilung einzurichten. «Zudem müssen wir überlegen, ob wir dort oder auch in der Gynäkologie die Zahl der Betten begrenzen», so der Rathaus-Chef. Dass das Füssener Krankenhaus langfristig ausblutet, befürchtet Iacob nicht: «Wir haben ein großes Hinterland, das wir versorgen müssen.» Mit den Spezialgebieten Gynäkologie und Kardiologie sei Füssen auf «einem guten Weg».

Den Erhalt der Geburtshilfe wünscht sich auch Gerda Bechteler, Vorsitzende des Krankenhaus-Fördervereins. «Für werdende Mütter ist es umständlich, bis nach Kaufbeuren zu fahren.» Dass es zu Umstrukturierungen kommen muss, hält sie für unausweichlich. Zu den vorgestellten Plänen der Unternehmensberatung Kienbaum will der Verein eine Erklärung abgeben, bevor der Verwaltungsrat am 26.

Mai über die Konzepte abstimmt. «Dazu werden wir uns mit den Füssener Chefärzten zusammensetzen», kündigt Bechteler an.


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Artikelinfos
Autordominik riedle
Quellefragezeichen,investitionen,geburtshilfe,landrat,fleschhut,geplante,erweiterung,geriatrie,ungewiss,klinikreform
Veröffentlichung19.04.2011
Aktualisierung05.11.2013 16:02
Ort Füssen
Schlagwörtergeriatrie
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