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09.06.2011 · Kaufbeuren

Junger Mann nach Fahrrad-Diebstahl zu Geldstrafe verurteilt

Gericht · Ein 22-jähriger Marktoberdorfer war im Herbst 2010 spätabends mit dem Zug von einer Zechtour aus Kaufbeuren gekommen. Weil ihm der Heimweg zu mühsam erschien, stahl er am Bahnhof ein dort abgestelltes Mountainbike im Wert von etwa 200 Euro und radelte nach Hause.

Justizia
Justitia Bild: Frank Rumpenhors tdpa
Die Staatsanwaltschaft war zunächst davon ausgegangen, dass der junge Mann das Schloss des Fahrrads geknackt hatte, und hatte ihm deshalb Diebstahl in einem besonders schweren Fall vorgeworfen. Im Strafprozess vor dem Kaufbeurer Amtsgericht wurde jetzt aber deutlich, dass das Rad wegen einer Krankheit seines Besitzers mindestens eine Woche lang am Bahnhof gestanden hatte, sodass das Schloss in dieser Zeit auch von einer anderen Person hätte aufgebrochen werden können.

Urteil rechtskräftig

Der Angeklagte wurde deshalb nur wegen einfachen Diebstahls verurteilt und akzeptierte die Geldstrafe in Höhe von 2.400 Euro. Nachdem auch der Staatsanwalt auf Rechtsmittel verzichtete, ist das Urteil rechtskräftig. Der 22-Jährige war erst mehrere Monate nach der Tat durch einen Zufall aufgeflogen: Im Februar erkannte der eigentliche Besitzer des Drahtesels sein Mountainbike in Marktoberdorf sofort wieder - obwohl der Angeklagte an dem Rad einige Änderungen vorgenommen hatte. Gegenüber der Polizei behauptete der 22-Jährige zunächst, er habe das Rad in einem Verbrauchermarkt gekauft. Diese Version ließ sich leicht widerlegen, weil der wahre Eigentümer eine Rechnung vorlegen konnte.

Grundsätzlich geständig

Vor Gericht war der Angeklagte jetzt zwar grundsätzlich geständig. Er behauptete allerdings, er habe am Morgen nach seiner Zechtour zunächst gar nicht gewusst, woher das fremde Rad vor seiner Haustür stammte. Nachdem der junge Mann kurz zuvor noch in allen Einzelheiten geschildert hatte, wie er seinerzeit bei seiner Ankunft in Marktoberdorf nicht heimlaufen wollte und deshalb ein unversperrtes Rad mitgenommen habe, hielt ihm die Richterin vor: «Wenn man einen Filmriss hat, dann hat man einen Filmriss - aber man weiß dann nicht im Nachhinein die Details.» Positiv wertete die Vorsitzende im Urteil, dass sich der Angeklagte im Gerichtssaal beim Geschädigten entschuldigt hatte.

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Artikelinfos
Autorbbm
Veröffentlichung09.06.2011
Aktualisierung16.04.2013 10:59
Ort Kaufbeuren
Schlagwörterfahrrad, diebstahl, gericht
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