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25.04.2007 · Allgäu

Johann Bardzinski - ein Urgestein der Trachtler

Im Alter von 61 Jahren gestorben - Er lebte für seine Schwangauer Heimat und die Pflege des Brauchtums

Schwangau Die Nachricht vom Tod von Johann Bardzinski war für viele ein Schlag. Sie löste nicht nur in seiner Familie und nicht nur in Schwangau Trauer aus: Johann Bardzinski verkörperte die Pflege des Brauchtums und den Fortbestand der Tracht. Er stand für die Wahrung des Dialektes und den Erhalt des heimatlichen Erbes. Mit dem Tod des 61-Jährigen verlieren die Dorfgemeinschaft unter den Königsschlössern ein Stück Schwangau und der Obere Lechgauverband der Trachtler einen seiner eifrigsten Mitstreiter.

Ob Johann Bardzinski in der Tracht des Heimat- und Trachtenvereins „D’ Schwanstoaner“ mit buschigem Gamsbart auf dem Hut, oder Johann Bardzinski in der Uniform des Postboten: Er gehörte zu Schwangau wie die Königsschlösser und der Alpsee. Für diese Idylle setzte er sich ein. Jahrzehntelang im verantwortungsvollen Ehrenamt und aus voller Überzeugung. Er verkörperte das Brauchtum, pflegte die Heimat und ihre Kultur. Er war einer der Motoren, die das Leben der Schwangauer Dorfgemeinschaft ankurbelten.

Deshalb hinterlässt Johann Bardzinski in mehreren Vereinen seine Spur - aus der ihn nun eine schwere Erkrankung geworfen hat. Er war bis zuletzt aktiver Sänger beim Männerchor. Früher spielte er Fußball beim Turn- und Sportverein und machte auch beim jährlichen Dorfsportfest mit. Ob Feuerwehr oder Kranken-Unterstützungsverein, ob Musikkapelle oder Veteranen: „Der Johann hat bei jedem Verein mitgemacht“, erzählte einer seiner Wegbegleiter. Bardzinski war Mitbegründer und Vorsitzender der Interessengemeinschaft St. Coloman, aus der später der Coloman-Verein hervorging. Schließlich war er maßgeblich an der Wiederbelebung und am Erhalt des Coloman-Festes beteiligt. Bardzinski war bei den Veranstaltungen des Faschingsvereins auch ein leidenschaftlicher Theaterspieler. Nicht nur hier versprühte er seine Lebenslust. Früher im Weinbauer-Saal und später im Kurhaus ging er als Dirigent der nur in der närrischen Jahreszeit auftretenden Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskapelle in die Ortsgeschichte ein. Unvergessen bleibt sein Kommando vor dem Einsatz der Musikanten: „Achtafufzg, neinafuzg, sechzg!“

Aufs Gaufest gefreut

Als „D’ Schwanstoaner“ ihre Vorstandschaft neu wählten, sagte Johann Bardzinski nach über 26 Jahren Vorsitzender noch einmal ja. Sein Traum war es, im Jahr 2009 das 100-jährige Vereinsbestehen und zum zweiten Mal das Gaufest in Schwangau zu organisieren und zu feiern. Die ersten Weichen hierzu wurden von ihm bereits gestellt. „Der Johann wäre dann einer der wenigen Vorsitzenden gewesen, der das Gaufest zwei Mal durchgezogen hätte“, sagte Gauvorstand Max Bertl aus Wildsteig. In der Gauvorstandschaft war Johann Bardzinski seit 1996 als zweiter Kassier und als Inventarverwalter tätig. „Er war ein Urgestein der Trachtenbewegung“, meinte Bertl. Wie er die Tracht vertreten und sich fürs echte Brauchtum eingesetzt habe, „das war echt, da war das Herz dabei“.

Um Johann Bardzinski trauern seine Frau, die Familien ihrer beiden Kinder und vier Enkel. Zum Trauergottesdienst werden die Fahnenabordnungen der Schwangauer Vereine, der 23 Vereine des Oberen Lechgauverbandes und die Gaustandarte erwartet. Arno Späth

iJohann Bardzinski wird am heutigen Mittwoch im Grab seiner Eltern auf dem Friedhof in Schwangau-Waltenhofen zur letzten Ruhe gebettet. Der Trauergottesdienst in der Pfarrkirche in Waltenhofen beginnt um 14 Uhr, anschließend findet die Beerdigung statt.

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Artikelinfos
Veröffentlichung25.04.2007
Aktualisierung22.06.2011 16:26
OrtAllgäu
Schlagwörter
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