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12.11.2011 · Marktoberdorf

Initiative bereitet sich auf anstehenden Bürgerentscheid zum Austritt aus dem Klinikverbund vor

Bürgerforum · Bei der Novemberversammlung des Bürgerforums Gesundheitswesen im Marktoberdorfer Modeon berichtete Armin Wittmann über den aktuellen Stand des Bürgerbegehrens, das den Austritt des Landkreises Ostallgäu mit seinen vier Kreiskliniken (Marktoberdorf, Füssen, Buchloe und Obergünzburg) aus dem Kommunalunternehmen Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren anstrebt. Diskutiert wurde darüber, die Pfarreien und die Sportvereine als Unterstützer beim Entscheid zu gewinnen.

Klinikum Markoberdorf
Klinikum MarkoberdorfBild: Hermann Ernst

„Verwirrende Zahlenspiele“

Wittmann verwies auf die „verwirrenden Zahlenspiele“ der Klinik-Verantwortlichen, die mit unterschiedlichsten Summen in Millionenhöhe „rauf und runter“ jonglierten. So wurde unlängst ein Schriftwechsel zwischen Kreiskämmerer Hermann Thoma und Klinik-Vorstand Ludwig Lederle bekannt, dass der voraussichtliche Klinik-Verlust für 2012 rund 9,4 Millionen Euro betragen soll. Demgemäß würde sich der Klinik-Verlust trotz beabsichtigter Schließung des Standorts Marktoberdorf nicht mindern, sondern erhöhen.

Fehlerhafte Grundlagen

Kienbaum hatte noch im Mai für 2013 einen Gewinn im Kommunalunternehmen von 1,4 Millionen Euro prognostiziert, falls Marktoberdorf geschlossen werde. Daher wurde im Bürgerforum vermutet, dass Kienbaum das Gutachten auf „fehlerhafte Ermittlungsgrundlagen“ aufbaut. Somit dürfte der ursprüngliche Beschluss zur Schließung und der jetzt gültige zur Nachnutzung der Klinik Marktoberdorf unter „völlig falschen Voraussetzungen zustande gekommen“ sein.

Helmut Woschny, Sprecher des Bürgerforums für den Raum Obergünzburg, berichtete über die aktuelle Situation rund um das Krankenhaus Obergünzburg. Er verwies darauf, dass die in Marktoberdorf und Obergünzburg gestartete „Wählerinitiative Gesundheit Ostallgäu“ über 200 Unterzeichner habe.

Diese ist zunächst nur als „Unterstützungsinitiative“ für „die in Krankenhaus-Angelegenheiten vernünftig gebliebenen politischen Mandatsträger in Stadt und Land zu sehen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Bürgerforums. Eine später kandidierende „Wähler-Initiative“ ist vorerst nicht angedacht.

Christliche Botschaft

Helmut Woschny schlug vor, den Tag der Bürgerentscheide gut vorzubereiten. So solle man an die Pfarrgemeinden appellieren, am Wahlsonntag zur Teilnahme am Bürgerentscheid aufzurufen. Denn dieses entspreche der christlichen Botschaft: In den Kliniken gehe es um Zuwendung und Begleitung, Heilung, Wohlergehen und Trost.

Aus der Versammlung heraus wurde vorgeschlagen, über die Sportvereine aufzurufen, am Bürgerentscheid teilzunehmen. Denn die unverzügliche Behandlung von Sportunfällen wäre bei einer Auflösung der Notfallversorgung in Marktoberdorf genauso betroffen wie die Behandlung von Arbeits-, Privatunfällen und Unfällen im landwirtschaftlichen Umland.

Vorstandsgehälter öffentlich

Karl Ilgenfritz berichtete, dass die Offenlegung des KU-Jahresabschlusses 2010 noch im November bevorstehe. Im Gegensatz zu der unlängst erfolgten Offenlegung der Abschlüsse für 2007 bis 2009 sollen für 2010 auch die Vorstandsgehälter veröffentlicht werden.

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Artikelinfos
Autoraz
Veröffentlichung12.11.2011
Aktualisierung25.10.2013 14:58
Ort Marktoberdorf
Schlagwörtersport, initiative, werbung, klinik, bürgerentscheid
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