Menü Suche Impressum

Ihre Region: 

11.07.2012 · Immenstadt

Immer mwhr Menschen brauchen Pflege - Podiumsdiskussion in Immenstadt

Situation wird sich laut einer Studie in den nächsten Jahren verschärfen – Rund ein Drittel weniger Hausärzte

Gesundheit · Die Bevölkerungszahlen gehen zurück, während gleichzeitig die Zahl der älteren Menschen steigt. Das bedeutet, dass es künftig immer mehr Menschen geben wird, die Pflege brauchen und immer weniger Menschen, die diese Pflege leisten.

Pflege
PflegeBild: A3250 Oliver Berg (dpa)
Das war Thema einer Diskussion, zu der die grünen Landtagsabgeordneten Adi Sprinkart und Thomas Gehring sowie die Caritas unter dem Motto „Gute Besserung, Allgäu“ nach Immenstadt eingeladen hatten.

Auf dem Podium: Die Landesvorsitzende und gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, Theresa Schopper, Uwe Hardt, Geschäftsführer der Caritas Kempten-Oberallgäu, Annegret Fabry-Dorner, Schulleiterin der Altenpflege-Berufsfachschule Immenstadt und Boris Ott vom Hausarztverein Oberallgäu.

Adi Sprinkart
Adi Sprinkart Bild: sprinkart
Laut einer Studie (siehe „Problem Personalmangel“) ist bis zum Jahr 2030 mit einem Nachholbedarf an Personal in der ambulanten Pflege von 27 Prozent in Kempten und von 39 Prozent im Oberallgäu zu rechnen.

„Die Situation wird sich bis zum Jahr 2040 weiter verschärfen“, prognostizierte Prof. Dr. Lothar Koppers, Direktor des Instituts für Angewandte Geoinformatik und Raumanalysen. „Dann kommen die geburtenstarken Jahrgänge in das Alter, in dem sie Pflege brauchen.“

Bedingungen verbessern

Will man Pflegeberufe für junge Menschen attraktiver machen, müssten das Berufsbild gestärkt und die Ausbildungsbedingungen verbessert werden, forderte Schulleiterin Annegret Fabry-Dorner.

zum Vergrößern anklicken
zum Vergrößern anklickenBild: AZ Infokasten
Vor allem dürfe an den Altenpflegeschulen kein Schulgeld erhoben werden. Caritas-Geschäftsführer Uwe Hardt sieht das genauso.

Wenn die Politik nicht frühzeitig ausreichend finanzielle Mittel bereitstellt, werde es bei der Pflege zu Engpässen kommen. Betroffen seien dann besonders Patienten, die auf dem Land oder in Außenbereichen wohnen.

Politik
Thomas Gehring aus Gunzesried ist Landtagsabgeordneter der Grünen/Bündnis 90 Schulpolitischer Grünen-Sprecher Bild: Charly Höpfl
Laut Studie wird der Schwerpunkt beim Versorgungsbedarf bei Patienten mit chronischen und altersbedingten Erkrankungen liegen. Eine zentrale Rolle werde dann die Betreuung durch den Hausarzt spielen. Dass es auch um die hausärztliche Versorgung in der Zukunft nicht gut bestellt ist, machte Dr.

Boris Ott von Hausarztverein Oberallgäu klar. Das Interesse junger Ärzte, sich auf dem Land niederzulassen, gehe deutlich zurück. In den nächsten sechs Jahren soll es laut Studie in der Region bereits 30 bis 40 Prozent weniger Hausärzte geben.

zum Vergrößern anklicken
zum Vergrößern anklickenBild: AZ-Infokasten
Vor diesem Hintergrund fordern die Grünen ein übergreifendes Reformkonzept. Finanzielle Anreize für Ärzte, die sich in strukturschwachen Regionen niederlassen, genügten sicher nicht, so Landesvorsitzende Theresa Schopper.

„Wir müssen fundamental denken“, sagte sie und forderte eine integrative Versorgungsplanung, bei der Krankenhäuser, Ärzte, ambulante Versorgungseinrichtungen sowie nicht-ärztliche Gesundheitsberufe vernetzt werden. Die Fachhochschule Kempten will Pflegeberufe aufwerten und einen Studiengang „Pflegewissenschaften“ einrichten.

Das berichtete Rektor Professor Dr. Robert Schmidt. „Unser Konzept steht.“ Mittel vom Freistaat gibt es derzeit nicht. Der Studiengang werde deshalb bislang nur an privaten Hochschulen angeboten.

anzeige
Das könnte Sie auch interessieren
Artikelinfos
AutorSabine Metzger
Veröffentlichung11.07.2012
Aktualisierung16.04.2013 12:54
Ort Immenstadt
Schlagwörterpersonal, studie, gesundheit
anzeige

anzeige