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25.05.2009 · Oberallgäu (sir)

Dank «Whiskey-Tee» besonders gut geschlafen

Orient-Rallye - Erlebnisse einiger Allgäuer auf dem Weg nach Jordanien

Oberallgäu · «Wahnsinnig hilfsbereit, zuvorkommend und freundlich.» So erlebten Stefan Müller (Sulzberg) und die weiteren Mitglieder seines Teams «Mikado» die Menschen, mit denen sie auf ihrem Auto-Trip von Deutschland nach Jordanien ins Gespräch gekommen sind. Das Sechserteam wurde überraschend Zweiter im Gesamtklassement der Allgäu-Orient-Rallye (wir berichteten) und ist nun wieder zurück in seiner Heimat.

Dank «Whiskey-Tee» besonders gut geschlafen
Eingepackt im Hammam (Badehaus für Männer) in Damaskus: Helmut Klopfer, Stefan Blenk, Stefan Müller, Franz Osterried und Alois Martetschläger, Fotos: Team Mikado Bild: team mikado

Kleine Flaggen, die deutsche und die bayerische, schmückten die drei zwischen 14 und 22 Jahre alten Wagen, die für den guten Zweck nach Jordanien gefahren wurden: Ein Opel Astra Caravan, ein Audi 100 und ein Volvo. Die kleinen Autoflaggen sind nach dem über 6000 Kilometer langen Trip, der auch durch staubige Wüstengefilde führte, halb zerfetzt. Die schwarz-weiß-grün-rote Jordanien-Flagge ist aber noch gut erhalten. «Die hatten wir zur Ehrerbietung an unser Zielland auch immer am Fahrzeug flattern lassen,» sagt Müller. Wir, damit meint er auch Helmut Klopfer (Oy), die beiden Roßhauptener Alois Martetschläger und Franz Osterried sowie Stefan Blenk und Antonie Neumeyer aus Durach. «Wir sind als Team gestartet und auch als Team angekommen», beschreibt Müller das gute Zusammenspiel während der zehn Tourtage.

Und welche Erlebnisse bleiben besonders haften? «Die Beduinen im Wadi Rum», sagt Müller. Die hätten ihm zu verstehen gegeben, in der Ruhe zu bleiben, zu entspannen und Tee zu trinken. «Die richten ihr Leben eben an den heißen Temperaturen aus.» Müßiggang also. Franz Osterried hat das türkische Bauernpaar im Kopf, das zusammen mit zwei Hunden zwei Kühe und ein Kälble gehütet hat. «Die haben ganz wenig und wirken doch so zufrieden.» Jeder habe die fahrende Gruppe freundlich mit einem «Welcome» begrüßt. «Es waren wirklich alle so gastfreundlich,» ist Helmut Klopfer immer noch freudig überrascht.

Mehrmals seien sie eingeladen worden, beispielsweise in einem kleinen syrischen Dorf. Erst gab es eine Kaffeezeremonie, dann sogar ein frisch zubereitetes Mahl, das mit der Hand gegessen wurde, und zwar - so ist es Sitte - mit der rechten. Die beiden Linkshänder Stefan Müller und Alois Martetschläger hatten dabei so ihre Schwierigkeiten. «Aber wir wollten unsere Gastgeber ja nicht beleidigen, schließlich gilt die linke Hand dort als die unreine.» Müller hat auch noch gute Erinnerungen an den sogenannten Whiskey-Tee, der ihnen von Beduinen zubereitet wurde. «Danach haben wir dann unter freiem Himmel besonders gut geschlafen.»

Pro Nacht, so sind die Regeln der Rallye, darf niemand mehr als 15 Euro ausgeben. Außerdem müssen einige Aufgaben erfüllt werden. In Damaskus galt es beispielsweise, ein bestimmtes Badehaus aufzusuchen. «Wir haben uns durchgefragt und den Hammam in einer drei viertel Stunde gefunden,» sagt Müller. Da habe es dann «wieder eine gewisse Grundreinigung gegeben», schmunzelt Klopfer. Nur die einzige Frau im Team habe draußen bleiben müssen...

Sehr viele Autos aus den 50er und 60-er Jahren sind vor allen den beiden Automechanikern (Alois und Helmut) in Syrien und Jordanien ins Auge gestochen. Alle seien gut gepflegt. Auch ihre Wagen sind im Nahen Osten geblieben und werden dort für den guten Zweck versteigert, und zwar für das World Food Programme (WFP) der Vereinten Nationen.

Dank «Whiskey-Tee» besonders gut geschlafen
Durch enge Gassen gings und über staubige Straßen: Autobahnfahren und Benutzung eines Navigationssystems sind bei der Rallye nicht erlaubt. Bild: team mikado
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Artikelinfos
Autorsir
Veröffentlichung25.05.2009
Aktualisierung02.06.2011 12:32
Ort Oberallgäu (sir)
Schlagwörterrallye
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