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06.10.2010 · Ettringen / Lamerdingen | Von Monika Schmich

Bürgerinitiative will weiter gegen Kraftwerk kämpfen

Papierfabrik - Reaktionen auf den angekündigten Stellenabbau bei Lang

Ettringen / Lamerdingen · Sie haben sich in den vergangenen Jahren aneinander gerieben, gegeneinander gekämpft: die Verantwortlichen der Papierfabrik Lang in Ettringen und die Vertreter der Bürgerinitiative (BI) Gesundes Wertachtal. Hintergrund sind die Kraftwerkspläne des Unternehmens, gegen die sich Bürger wehren.

Großdemo
Großdemonstration in Ettringen geplantes Heizkraftwerk Firma Lang Papier Protestmarsch von der Papierfabrik zur Ortsmitte
11000 Einwendungen waren im Genehmigungsverfahren eingegangen. In etwa drei bis vier Wochen, so schätzen Insider, wird das Landratsamt Mindelheim aller Voraussicht nach aber dennoch die Genehmigung für das umstrittene Projekt erteilen.

Einige der 440 Mitarbeiter werden ihren Job verlieren

Kurz zuvor sorgt nun eine ganz andere Nachricht für Schlagzeilen: Die Papierfabrik Lang, die zum finnischen Konzern Myllykoski gehört, ist massiv in der Krise. Einige der rund 440 Mitarbeiter in Ettringen werden ihren Job verlieren, nach unbestätigten Gerüchten sollen es um die 85 sein (wir berichteten).

Für die Vertreter der Bürgerinitiative Gesundes Wertachtal kommt diese Nachricht nicht überraschend. «Es hat sich abgezeichnet», sagt der Zweite Vorsitzende Karlheinz Hiesinger aus Lamerdingen auf Nachfrage unserer Zeitung. Schon seit Längerem sei von wirtschaftlichen Problemen des Unternehmens die Rede gewesen.

Genugtuung oder Erleichterung empfinde man aber nicht. «Es freut sich keiner von uns», betont Hiesinger. Für die Mitarbeiter und ihre Familien sei das «eine ganz schlimme Sache». Für die Arbeit der BI habe die Nachricht keine Konsequenzen.

Wie der Betriebsleiter der Papierfabrik, Dr. Thomas Krauthauf, gegenüber unserer Zeitung bestätigt, strebt Lang trotz aller wirtschaftlicher Schwierigkeiten auch weiterhin die Genehmigung des Heizkraftwerks an. «Sie ist wichtig, um uns für die Zukunft weiter zu entwickeln», so Krauthauf.

Auch ein neuer Besitzer könnte Verfahren fortführen

Für den Zweiten Vorsitzenden der BI ist damit klar: «Wir werden nicht nachlassen.» Der Verein will auf jeden Fall gegen die mögliche Genehmigung klagen. Auch bei einer Übernahme der Fabrik - derzeit ist der finnische Hersteller UPM-Kymmene im Gespräch - will die BI den Widerstand aufrecht erhalten. Denn ein neuer Besitzer könnte nach Auskunft von Hiesinger jederzeit in das laufende Genehmigungsverfahren einsteigen. Die Kraftwerkspläne sind also noch lange nicht vom Tisch.

Im Zuge der Auseinandersetzung zwischen Lang und der BI war immer wieder davon die Rede, dass der Widerstand gegen das Heizkraftwerk Arbeitsplätze in Ettringen gefährde.

Hiesinger wehrt sich gegen diese «nicht belegbare Unterstellung». Er betont, dass unternehmerische Fehler zu dieser Misere und zum Wegfall der Arbeitsplätze geführt hätten - nicht aber der Einsatz der Kraftwerksgegner. Auch der Lang-Betriebsleiter sieht «keinen direkten Zusammenhang».

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AutorVon Monika Schmich
Veröffentlichung06.10.2010
Aktualisierung16.04.2013 09:24
Ort Ettringen / Lamerdingen | Von Monika Schmich
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