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27.07.2011 · Weiler

Bei der Ausstellung «Die Kunst des Orgelbaus» im Kornhausmuseum Weiler ist Mitmachen gefragt

Hörbeispiele von Steinmeyer-Instrumenten

Ausstellung · Für die Ausstellung «Die Kunst des Orgelbaus» im Kornhausmuseum Weiler sollte man sich Zeit nehmen. Es gibt viel zu sehen und einiges zu hören und manches zu erforschen. Zusammengestellt wurde die Schau vom Westallgäuer Heimatverein gemeinsam mit der Orgelwerkstatt Georg-Friedrich Steinmeyer.

Fünf Orgeln in einer Kiste
Fünf Orgeln in einer KisteBild: ingrid grohe

Das für Westallgäuer vielleicht faszinierendste Exponat ist der Orgelautomat. Jochen Richter hat in fünf Kirchen der Region das Spiel Dominik Bernhards auf den jeweiligen Steinmeyer-Orgeln aufgenommen, abgestimmt und mittels eines Computerprogramms so bearbeitet, dass sie einzeln abrufbar sind. Der Ausstellungsbesucher steht also vor einer hölzernen Box, in der die Instrumente der Pfarrkirchen Weiler, Scheidegg, Heimenkirch, Röthenbach und Oberreute gewissermaßen verpackt sind, und kann deren Klänge hören und vergleichen. So bietet sich ihm ein herrlicher Höreindruck der Steinmeyer-Orgeln.

Auch in anderen Winkeln des Kornhauses ist Mitmachen gefragt: Am Modell einer Schleifladenorgel darf jeder selbstständig eines der neun Register ziehen. Vier Röhrenglocken lassen sich per Knopfdruck schlagen, und eine Reihe von unterschiedlichen Pfeifen werden mit Hilfe einer einfachen Fußpumpe zum Klingen gebracht. Eine DVD lädt Neugierige ein, am Computer spielerisch mehr zu erfahren über die Geschichte, den Bau und die weltweite Verbreitung der Orgel.

Fünf Orgeln in einer Kiste
Fünf Orgeln in einer KisteBild: ingrid grohe

Über diese Themen geben auch die Dokumente Auskunft, die das Archiv der Orgelwerkstatt Steinmeyer zur Verfügung gestellt hat. Allein schon unter ästhetischen Gesichtspunkten sprechen all die Pläne, Zeichnungen, colorierten Skizzen und Fotografien von Orgelprospekten aus aller Welt an. Das Haus Steinmeyer hat in über 150 Jahren rund 2400 Orgeln gebaut, von kleinen Salonorgeln bis hin zu Teilen der 220 Register umfassenden Domorgel zu Passau.

Präparierte Fledermäuse

Die Ausstellung in Weiler hält auch einige Kuriositäten bereit. Beispielsweise eine Gerätschaft, die als Ergänzung zu Kino-Orgeln Regengeräusche erzeugt, eine etwa 80 Zentimeter breite Wärmflasche, die früher über den Händen des Organisten befestigt wurde, damit ihm im Winter nicht die Finger steif wurden, oder auch eine Vitrine unter dem Titel «Arbeitgeber der Orgelbauer»: Präparierte Fledermäuse, Schmetterlinge, Libellen und Wespen füllen diesen Schaukasten.

Wem sich angesichts der zahlreichen, leider nicht sehr ausführlich beschrifteten Exponate das Geheimnis dieses hoch raffinierten Instruments noch nicht erschlossen hat, der erhält die fehlende Information im Kornhaus-Forum anhand eines 20-minütigen Films.

Geöffnet mittwochs bis sonntags von 14.30 Uhr bis 17 Uhr. Samstags betreut Orgelbaumeister Leo Werbanschitz die Ausstellung und gibt fachkundig Auskunft. Er führt auf Anmeldung auch Gruppen, (08387) 650. Dominik Bernhard spielt am Sonntag, 21. August, ab 11 Uhr eine kleine Matinée im Kornhaus.

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Artikelinfos
AutorIngrid Grohe
Veröffentlichung27.07.2011
Aktualisierung23.08.2013 14:12
Ort Weiler
Schlagwörterausstellung, orgel
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