Eishockey
Nationalspieler Patrick Reimer steht nach acht Jahren in Düsseldorf vor Abschied von der DEG

Mit viel Talent gesegnet kam der Mindelheimer Eishockeyspieler Patrick Reimer 2004 vom ESV Kaufbeuren nach Düsseldorf zu den DEG Metro Stars. 'Dort bin ich zum Nationalspieler gereift. Ich habe dem Verein viel zu verdanken', sagt der 29-Jährige heute, da die Zeichen auf Abschied stehen. Sein DEL-Klub ist in argen finanziellen Nöten und durchlebte zuletzt turbulente Monate. Mehrere Spieler wollen das sinkende Schiff verlassen. Auch Reimer entschied sich nun schweren Herzens nach acht Jahren in Rot-Gelb, im Sommer nach Nürnberg zu wechseln. 'Ich hatte mir viele Gedanken gemacht über die Zukunft', sagt Reimer. Auslöser war die Ankündigung von Düsseldorfs Hauptsponsor Metro Group, sich nach der laufenden Saison 2011/12 zurückzuziehen. Es folgten Wechsel auf Management-Ebene, ein neuer großer Sponsor ist bisher nicht gefunden, der Klub hat Schulden.

Reimer fühlt mit: 'Es ist schade, dass so ein Verein solche Probleme hat.' Die Stadt lieh dem Klub, der als Düsseldorfer EG acht Mal deutscher Meister wurde, Geld und kürzlich griffen sogar die Musiker der Düsseldorfer Band 'Die Toten Hosen' dem Traditionsverein unter die Arme. 'Es stimmt mich positiv, dass Leute, mit denen man nicht rechnen konnte, jetzt anpacken', sagt Reimer. In diesem Zusammenhang geisterten auch die Namen ehemaliger DEG-Größen durch die Presse.

Uli Egen (55/Füssen) oder Didi Hegen (49/Kaufbeuren) gelten als Interessenten für Posten im Management. Hegen aber wiegelt ab: 'Die Presse kommt immer automatisch auf mich. Es gab keine Gespräche mit der DEG.'

'Nicht vorstellbar'

Reimer jedenfalls würde eine Rückkehr solcher Stars begrüßen. 'Die kennen den Verein und wissen, wie es in Düsseldorf zugeht. Sie könnten helfen, wieder das Familiäre zurückzubringen, das mit der Metro in den vergangenen Jahren verloren gegangen ist', glaubt der Mindel-heimer. Ob Düsseldorf über 2013 hinaus im deutschen Eishockey-Oberhaus vertreten sein wird, ist offen. Reimer nachdenklich: 'Eine DEL ohne die DEG will ich mir gar nicht vorstellen.

' Es schmerzt ihn, dass er die logische Konsequenz ziehen und den Verein wechseln muss.

Das Interesse am 28-fachen Nationalspieler war groß. Den Zuschlag gab der Rechtsaußen letztlich den Ice Tigers aus Nürnberg. Deren finanzkräftiger Sponsor Thomas Sabo, ein Schmuckhändler, will in den kommenden Jahren eine Mannschaft aufbauen, die um die Meisterschaft mitspielt. Dieser Umstand gab für Reimer den Ausschlag.

'Ich bin in der besten Phase meiner Karriere und will Titel gewinnen. Entsprechend habe ich den Verein ausgewählt', sagt er. Einen Wechsel zum EHC München, wo sein Bruder Jochen (25) das Tor hütet, schlug Patrick Reimer aus. 'Ich wäre für deren Gehaltsgefüge nicht gut gewesen', lautet seine Begründung.

Konzentration aufs Sportliche

Neben Reimer sollen bis zu drei weitere Düsseldorfer Spieler und Trainer Jeff Tomlinson nach Nürnberg wechseln. Bevor sie aber in Mittelfranken den Titel jagen, wollen sie noch einmal alles für die DEG geben. 'Wir wissen als Team, was wir jetzt zu tun haben', sagt Reimer, der sich nach den Vertragsverhandlungen nun wieder auf das Sportliche konzentrieren kann. Die Metro Stars sind in der DEL auf Play-off-Kurs, doch 'es wird ein harter Kampf' werden, glaubt Reimer, der mit 17 Treffern zu den besten Torjägern der Liga zählt. Rund 150 Mal war er insgesamt für Düsseldorf erfolgreich.

Seinen Platz in den Geschichtsbüchern der DEG hat er übrigens sicher. Reimer erzielte den letzten Treffer im alterwürdigen Düsseldorfer Eisstadion an der Brehmstraße. Ans letzte Spiel für die DEG in der aktuellen Arena, dem ISS Dome, will er gar nicht denken: 'Ich hab’ ein bisschen Angst davor '

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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