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Skrupelloser Enkeltrick
Unterallgäuer Rentner (91) um 75.000 Euro betrogen

Keine Seltenheit: Mit dem sogenannten Enkeltrick versuchen Betrüger immer wieder Senioren um ihr Erspartes zu bringen. (Symbolbild)
  • Keine Seltenheit: Mit dem sogenannten Enkeltrick versuchen Betrüger immer wieder Senioren um ihr Erspartes zu bringen. (Symbolbild)
  • Foto: Chris Marquardt
  • hochgeladen von Redaktion all-in.de

Mit dem sogenannten Enkeltrick haben unbekannte Betrüger einen 91-jährigen Mann aus dem westlichen Unterallgäu um 75.000 Euro gebracht. 

Nach Angaben der Polizei hatte sich eine Anruferin zunächst glaubhaft als Enkelin des alleinstehenden Mannes ausgegeben und um eine kurzfristige Leihgabe für einen günstigen Kauf einer Wohnung gebeten. Unter dem Hinweis, dass die Geldübergabe sehr dringend sei, hatten die Betrüger bereits ein Taxi bestellt und den Mann dazu aufgefordert, mehrere zehntausend Euro bei der Bank abzuheben. Wenige Minuten nachdem der 91-Jährige wieder zuhause war, übergab er das Geld an einen Geldboten. Dieser Bote bedrängte den Mann jedoch und überredete ihn zur Herausgabe von wertvollen Goldmünzen.

Als kurz darauf eine Frau bei dem 91-Jährigen auftauchte und weiteres Geld verlangte, wurde der Mann misstrauisch und versuchte die Frau festzuhalten. Laut der Polizei konnte die Betrügerin jedoch flüchten. Die Kripo Memmingen hat inzwischen die Ermittlungen aufgenommen und erhofft sich wertvolle Hinweise aus der Bevölkerung. 

Die Masche „Enkeltrick“

Die Polizei warnt immer wieder vor dem sogenannten Enkeltrick. Oftmals geben sich die Betrüger sehr überzeugend als Verwandte aus und geben einen finanziellen Engpass, bzw. eine Notlage vor und bitten kurzfristig um Bargeld. Oftmals werden die Opfer mit mehreren Anrufen unter Druck gesetzt und schließlich um ihr Erspartes gebracht. Allein im Jahr 2020 erbeuteten die Verbrecher im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West auf diese Weise rund 106.000 Euro. 

So können Sie sich schützen

Um nicht Opfer derartiger Betrugsversuche zu werden, rät die Polizei zu konkreten Maßnahmen: 

  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich Anrufer am Telefon nicht selber mit Namen melden. Raten Sie nicht, wer anruft, sondern fordern Sie Anrufer grundsätzlich dazu auf, ihren Namen selbst zu nennen.
  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen. Erfragen Sie beim Anrufer Dinge, die nur der richtige Verwandte/Bekannte wissen kann.
  • Geben Sie keine Details zu Ihren familiären und finanziellen Verhältnissen preis.
  • Lassen Sie sich nicht drängen und unter Druck setzen. Nehmen Sie sich Zeit, um die Angaben des Anrufers zu überprüfen. Rufen Sie die jeweilige Person unter der Ihnen lange bekannten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.
  • Wenn ein Anrufer Geld oder andere Wertsachen von Ihnen fordert: Besprechen Sie dies mit Familienangehörigen oder anderen Ihnen nahe stehende Personen.
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen wie Schmuck an unbekannte Personen.
  • Kommt Ihnen ein Anruf verdächtig vor, informieren Sie unverzüglich die Polizei unter der Nummer 110.
  • Sind Sie bereits Opfer eines Enkeltricks geworden, zeigen Sie die Tat unbedingt bei der Polizei an. Dies kann der Polizei helfen, Zusammenhänge zu erkennen, andere Personen entsprechend zu sensibilisieren und die Täter zu überführen.
  • Lassen Sie Ihren Vornamen im Telefonbuch abkürzen (aus Herta Schmidt wird beispielsweise H. Schmidt). So können die Täter Sie gar nicht mehr ausfindig machen. Zum Ändern eines Telefonbucheintrags wenden Sie sich an die Telekom.
  • Bewahren Sie Ihre Wertsachen, z.B. höhere Geldbeträge und andere Wertgegenstände nicht zuhause auf, sondern auf der Bank oder im Bankschließfach.
  • Reden Sie mit Ihren Verwandten, Bekannten und den alleinlebenden Senioren in der Nachbarschaft über Anrufbetrüger!

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