Erkheim
Vertreter des Wasserwirtschaftsamts diskutieren mit Erkheimer Bürgern

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Eines ist auf der außerordentlichen Bürgerversammlung zum Thema 'Hochwasserschutz Günztal' in Erkheim deutlich geworden: Gegen Schutzmaßnahmen im Allgemeinen sprach sich niemand der rund 200 Anwesenden aus. Dennoch stieß das Konzept des Wasserwirtschaftsamts (WWA) Kempten, und vor allem die geplante Finanzierung, auf Unmut. "Sie haben mir die Angst nicht nehmen können, dass wir da ein Fass ohne Boden aufmachen", sagte etwa Karl Lang in Richtung WWA-Vertreter.

Wie berichtet hat sich die Gemeinde Erkheim im April 'mit eindeutiger Mehrheit', wie es Bürgermeister Dr. Peter Wassermann damals formulierte, gegen das interkommunale Projekt ausgesprochen. Die anderen sechs beteiligten Gemeinden haben dagegen Zustimmung signalisiert.

Bereits im Jahr 2007 habe es Vorgespräche über mögliche Rückhaltebecken gegeben, so Wassermann. Seither hätten sich die Kosten aber verdoppelt. 'Die Kosten sind mittlerweile deutlich höher als damals – das müssen wir zugeben', sagte WWA-Leiter Karl Schindele. Die ersten Zahlen basierten auf einer Machbarkeitsstudie, so Helmut Weis, stellvertretender Leiter des WWA mit Blick auf den gestiegenen Preis. Die aktuellen Zahlen seien exakter, da sie mehr Details enthielten.

Laut Gemeinderatsbeschluss vom April ist Erkheim bereit, einen Gesamtbetrag von maximal 1,63 Millionen Euro für den Hochwasserschutz zu leisten. Eine Beteiligung an Unterhalt und Betrieb der Rückhaltebecken lehnt die Gemeinde ab. Diese Einstellung haben einige Gemeinderäte und Bürger am Abend der Bürgerversammlung bestätigt. 'Wenn die Gemeinde bei der Deckelung des Betrags bleibt, ist das Projekt gescheitert', verdeutlichte Weis. Denn ohne gesicherte Finanzierung werde sich der Freistaat zurückziehen.

Aus den Reihen der Besucher kamen Vorschläge, um die Gesamtkosten zu senken – dazu gehörten eine Beteiligung der Ober- und Unterlieger sowie der Bau kleinerer Rückhaltebecken.

'Dann steigt der Freistaat aus', sagte Weis, denn dieser sei laut Landesentwicklungsprogramm nur dazu verpflichtet, sich an dem Schutz eines 100-jährlichen Ereignisses zu beteiligen – so, wie es derzeit geplant ist.

Weis führte aus, dass er im Auftrag der anderen Gemeinden versuchen wird, jene Kommunen an den Baukosten zu beteiligen, die von der Schutzmaßnahme profitieren. Das sind Lauben, Egg an der Günz, Kettershausen sowie Wattenweiler (Landkreis Günzburg). Dadurch könnten die Aufwendungen für die sieben Hauptgemeinden um rund 1,9 Millionen Euro gesenkt werden.

'Kein Geld mehr da'

'Wir nehmen unsere Verantwortung für den Hochwasserschutz sehr ernst', sagte Zweiter Bürgermeister Richard Hack. Aber wenn der Gemeinderat dem Hochwasserschutz-Projekt zustimmt, sei für viele andere Maßnahmen in den nächsten zehn bis 15 Jahren kein Geld mehr da.

Georg Fickler fand lobende Worte für das WWA, deren Ausführungen er 'sehr informativ und notwendig' fand. Er hob die Verantwortung Erkheims gegenüber den anderen Gemeinden hervor und appellierte an den Gemeinderat, eine klare und abschließende Entscheidung zu treffen. Seine Frage, welche Meinung der Bürgermeister zum Thema vertritt, ließ Wassermann unkommentiert. Der Gemeinderat werde die angesprochenen Ausführungen nochmals durchgehen und beschließen, ob der im Frühjahr gefasste Beschluss bestehen bleibt.

'Dann werden wir uns zeitnah an das Wasserwirtschaftsamt wenden', so Wassermann abschließend.

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