Plan
Rettenbach errichtet für 500000 Euro ein Haus, das zunächst vermietet und bei Bedarf zur «Dorfschule» umfunktioniert wird

Für etwas Verwirrung hat vor Kurzem die Meldung gesorgt, dass die Gemeinde Rettenbach eine eigene «Dorfschule» plant (wir berichteten). Im Gemeinderat Stötten beispielsweise fürchteten einige Ratsmitglieder eine Schwächung ihrer eigenen Schule, die ohne die Rettenbacher Kinder vor Probleme gestellt wäre. Rettenbachs Bürgermeister Wilhelm Fischer stellt nun gegenüber unserer Zeitung klar: «Wir wollen das Gebäude errichten, solange wir es uns leisten können. Momentan soll es keine Schule, sondern ein gewerbliches Gebäude sein.»

Einen Antrag auf Umsprengelung der Rettenbacher Schulkinder habe man auch gar nicht gestellt und wolle das laut Fischer gute Verhältnis zu Stötten nicht gefährden. Der Plan der Rettenbacher ist also, das Gebäude jetzt zu errichten und gewerblich zu vermieten. «Wir haben einen Plan für ein Mehrzweckgebäude eingereicht und haben schon gewerbliche Interessenten. In drei oder auch 30 Jahren könnte man das Haus dann als Schule nutzen, je nach Bedarf», sagt Fischer. Seine Motivation: «Wir zahlen pro Jahr 60000 Euro für unsere derzeit 48 Schulkinder.» Er fragt: «Wie lange können wir uns das noch leisten?»

Man wolle die Kinder nicht schon von klein auf zu Pendlern erziehen, sondern Unterricht vor Ort bieten, «dorf- und ortsbezogen», sagt Fischer. Grundsätzlich sei der Wunsch nach einer Schule am Ort «doch in jeder Gemeinde vorhanden», meint Fischer. Geplant ist in Rettenbach, das Gebäude so schnell wie möglich zu errichten. «Sobald die Genehmigung da ist, wollen wir loslegen. Der Rohbau soll noch in diesem Jahr stehen», sagt Fischer.

Die Kommune rechnet für den Rohbau mit Kosten von rund 250000 Euro und ebenso viel für die Fertigstellung. «Im Fall einer Wirtschaftskrise wäre dieses Geld dann nicht mehr da. Jetzt haben wir es noch», erklärt Fischer.

Stöttens Bürgermeister Ernst sieht die Sache «nüchtern»

Stöttens Bürgermeister Joachim Ernst sieht die ganze Sache «nüchtern», wie er sagt. Auch wenn er sich überrascht zeigt, dass der Antrag an die Regierung von Schwaben weitergeleitet wurde: «Ich dachte, das sei ein ganz normaler Bauantrag. Wir wissen aber nicht, was genau in dem Antrag stand.»

Sein Kollege Fischer habe ihm jedoch zugesichert, dass Rettenbach nichts tun werde, was die Stöttener Schule gefährde. Ernst bezeichnet es als legitim, dass Rettenbach versuche, eine Schule zu bekommen. «Allerdings wäre ich nicht glücklich, wenn unsere Grundschule dadurch Probleme bekäme», sagt Ernst. Er wird nun Fischer zu einem klärenden Gespräch in den Gemeinderat einladen.

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