Unterallgäuer Imker
Referentin informiert bei Jahresversammlung der Unterallgäuer Imker über heilende Wirkung des Honigs

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Ein Wandel vollzieht sich derzeit bei den Unterallgäuer Imkern, denn zunehmend jüngere Männer und auch Frauen widmen sich der Bienenhaltung. Das wurde auf der landkreisweiten Frühjahrsversammlung deutlich. Großes Interesse hatten die Zuhörer an einem Fachvortrag von Marlene Ratz aus Lustenau (Vorarlberg in Österreich). Sie gibt Grundkurse für Jungimker.

Fast ihr ganzes Leben lang beschäftige sie sich schon mit Honigbienen, sagte Ratz. Die Imkerin interessiert sich für die 'Heilwerte im Bienenvolk'. Honigbienen würden nicht nur Bestäuben, sondern auch Heilprodukte herstellen. Im Honig seien 20 verschiedene Zuckerarten und Säuren sowie 14 Aminosäuren, über 100 natürliche Aromen und acht Vitaminarten enthalten.

Vitamine und Mineralien

Während Blütenhonig mehr Vitamine enthalte, seien im Waldhonig mehr Mineralien und Spurenelemente zu finden. Beim Herstellen von Honig würden die Bienen ihr Produkt 40-mal umarbeiten und ihm zwölf Fermente, also Enzyme, beigeben. Honig enthalte doppelt so viel Eisen wie Rindfleisch.

Ratz betonte, dass Pollen die Zellerhaltung, gerade im alternden Körper, fördern würden. Propolis – Bienenharz – habe eine antibiotische und konservierende Wirkung. Die Referentin setzte Honig schließlich mit 'goldenem Sonnenschein' gleich. Aus ihrer Sicht sind Bienenprodukte eine 'Natur-Apotheke'.

Noch nie zuvor habe es im Herbst so viele Völkerverluste durch die Varroa-Milbe gegeben, sagte Kreisvorsitzender Donat Waltenberger. Er rechnet mit über 30 Prozent Verlust. Die verbliebenen Völker seien wegen der Milben geschwächt. Die Imker sollten sich an den Lehrbienenständen ständig aktuell informieren, was dagegen getan werden kann.

'Das stillt meinen Hunger'

Als 'besonders wertvoll' erachtete Waltenberger das 'Imkern auf Probe'. Dieses stärke und belebe die Vereine. Imkern sei bei jungen Menschen wieder beliebt. Am Ende der Versammlung verriet Waltenberger, dass er Blütenpollen mit seinem Frühstückstee vermenge. 'Das stillt meinen Hunger', sagte er.

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