Europäische Woche der Abfallvermeidung
Plastik vermeiden und Müll richtig trennen: Abfallwirtschaft gibt Tipps

Müll (Symbolbild).
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Ob beim Joghurtessen, beim Schminken oder bei der Gartenarbeit: Auch bei ganz alltäglichen Dingen kann jeder Einzelne seinen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Und so finden im Rahmen der Europäischen Woche der Abfallvermeidung auch in diesem Jahr vom 21. bis 29. November in ganz Europa Aktionen rund um die Themen Abfallvermeidung und Recycling statt. Die Abfallwirtschaftsberatung des Landkreises gibt Tipps, wie man Abfälle vermeidet oder sie richtig trennt, damit sie wiederverwertet werden können. Alle Tipps werden auch täglich auf der Internetseite des Landkreises unter www.unterallgaeu.de/abfall und im Facebook-Auftritt „Landkreis Unterallgäu“ veröffentlicht.

Tipp 1: Mehrweggläser

Joghurt regional in Mehrweggläsern kaufen! Wer im Joghurtregal nach Mehrweggläsern und -bechern greift, trägt im Kleinen zur Abfallvermeidung bei. Mehrweggläser können bis zu 50 Mal wiederverwendet werden. Wichtig dabei ist aber, dass die Transportwege so kurz wie möglich bleiben ─ das heißt, es sollte am besten regional eingekauft werden. Aber auch bei Einweg-Joghurtbechern können Sie einen Beitrag zum Recycling leisten. Wie? Die Abfallwirtschaftsberatung des Landkreises rät: Ziehen Sie immer den Deckel ganz vom Joghurtbecher ab, bevor am Ende beides in der Gelben Tonne landet. Denn bei der späteren Sortierung muss die Anlage zwischen Aluminiumdeckel und Kunststoffbecher unterscheiden. Nur wenn diese voneinander getrennt sind, können sie in die verschiedenen Recyclingwege gelangen und zu neuen Stoffen aufbereitet werden. Aus dem Becher wird zuerst Kunststoffgranulat, das später zu neuen Produkten wie Getränkekisten oder Wäschekörben verarbeitet wird. Aus dem Aluminiumdeckel wird neues Aluminium, denn dieses kann unendlich oft wieder eingeschmolzen werden.

Tipp 2: Mikroplastik vermeiden

Mikroplastik vermeiden! Von Mikroplastik hat sicher jeder schon etwas gehört. Die nur wenige Mikrometer großen Plastikpartikel sind überall in unserer Umwelt zu finden, nicht nur in Gewässern, sondern auch im Boden. Aber wussten Sie, dass auch Autofahren und Wäsche waschen Mikroplastik verursacht? Mikroplastik entsteht zu einem großen Teil durch den Abrieb von Autoreifen. In Autoreifen sind nicht mehr nur Gummi, sondern auch Kunststoffe enthalten. Diese werden beim Fahren automatisch abgerieben und lagern sich am Straßenrand an. Aber auch beim Wäsche waschen wird viel Mikroplastik ausgeschwemmt, zum Beispiel bei Sportklamotten, Lappen aus Mikrofasern, Stretchjeans oder Stoffen aus Fleece. Aufgefangen werden können die Fasern nur mit speziellen Waschbeuteln oder Waschmaschinenfiltern. Völlig auf Mikroplastik zu verzichten ist leider fast unmöglich, jedoch kann laut der Abfallwirtschaftsberatung des Landkreises jeder seinen kleinen Beitrag dazu leisten, indem er im Alltag bewusster handelt oder bestimmte Kaufentscheidungen trifft - ob in Kosmetika Mikroplastik enthalten ist oder nicht, kann man sich beispielsweise mit Hilfe der App www.beatthemicrobead.org anzeigen lassen.

Tipp 3: Kompostieren

Kompostieren ist gut für die Umwelt! Wer einen Garten besitzt, hat immer etwas zu tun. Rasen mähen, Sträucher schneiden, Unkraut jäten ─ die Liste lässt sich unendlich fortsetzen. Dabei fällt aber auch einiges an Gartenabfällen an. Damit man nicht dauernd zum Wertstoffhof muss, bietet sich laut der Abfallwirtschaftsberatung des Landkreises ein eigener Kompost im Garten an. Er spart nicht nur Transportwege, sondern produziert auch noch wertvollen Dünger und schont die Umwelt. Kompostiert werden können fast alle Gartenabfälle wie Laub, Blumen, Rasenschnitt oder Zweige. Auch Bioabfälle aus der Küche dürfen auf den Kompost, zum Beispiel Obst- und Gemüsereste, Kaffeefilter oder Teebeutel. Nicht kompostiert werden sollten Speisereste, Fleisch, Wurst oder kranke Pflanzen. Noch ein Tipp: Äste und Zweige vorher häckseln. Rasenschnitt und Häckselmaterial zum Mulchen benutzen.

Tipp 4: Gelbe Tonne

Was passiert eigentlich mit dem Inhalt der Gelben Tonne? Haben Sie sich auch schon mal gefragt, wohin der Müll aus der Gelben Tonne kommt und was daraus wird? Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass die Abfälle zusammen mit dem Restmüll verbrannt werden. Das ist natürlich Unsinn, denn sonst wäre die ganze Mülltrennung umsonst. Aber was geschieht nun genau mit den Abfällen? Zuerst einmal wird laut der Abfallwirtschaftsberatung des Landkreises das Material aus den Gelben Tonnen im Unterallgäu nach Stetten transportiert und dort umgeschlagen - also in größere Container verladen - und zur Sortieranlage nach Sontheim a. d. Brenz transportiert. Dort werden die Verpackungen mit modernster Technik sortiert in Weißblech, Aluminium, Tetra Paks und die verschiedenen Kunststoffarten. Eingesetzt werden dafür zum Beispiel Magnetabscheider für Weißblech oder Nahinfrarotscanner für Kunststoffe. Jeder Stoff wird anschließend zu Ballen gepresst und danach in dieser Form zu Verwerterfirmen transportiert. Diese stellen aus den sortenreinen Materialien neue Produkte her, zum Beispiel aus alten Joghurtbechern neue Wäschekörbe, aus PET-Flaschen neue Kunststoffflaschen und aus Tetra Paks neue Schuhkartons und Toilettenpapier. Gut recyceln lassen sich auch Aluminium und Weißblech, da aus ihnen ohne Verluste neues Aluminium und Weißblech hergestellt werden können.

Wichtig für den Recyclingerfolg sind zwei Dinge, die man als Verbraucher beherzigen sollte: erstens sollten die Verpackungen voneinander getrennt werden, zum Beispiel der Joghurtbecher vom Deckel. Und zweitens dürfen nur Verpackungen in die Gelbe Tonne – also keine anderen Dinge wie Gartenschläuche, Videokassetten oder Kinderspielzeug.

Der Weg der Verpackungen wird lückenlos dokumentiert, zum Beispiel wird das Ausgangsgewicht bei der Sortieranlage mit dem Eingangsgewicht bei der Verwertungsanlage verglichen.

Tipp 5: Was darf ins Altpapier?

Wohin mit Pizzakartons und Kassenzetteln? Was darf ins Altpapier? Nach dem Einkaufen kurz den Kassenzettel prüfen und zuhause ab ins Altpapier ─ eigentlich klar, oder doch nicht? Tatsächlich gehören laut der Abfallwirtschaftsberatung des Landkreises nicht alle Kassenbons automatisch in die Papiertonne. Die meisten sind nämlich auf Thermopapier gedruckt. Das aber ist wegen seiner Beschichtung nicht recycelbar. Solche Bons gehören in die Restmülltonne. Es gibt jedoch auch Kassenbons, die auf recyclingfähigem Papier gedruckt sind ─ in diesem Fall findet sich ein Hinweis auf der Rückseite. Pizzakartons können in die Papiertonne, wenn sie sauber oder nur leicht verschmutzt sind. Bei starker Verschmutzung gehören auch sie in den Restmüll. Welche Stoffe in die Papiertonne dürfen und was besser woanders einsortiert wird, finden Sie auf Plakaten im Internet unter www.unterallgaeu.de/abfall oder in der neuen Umweltzeitung, die Mitte Dezember erscheint.

Info: Bei Fragen gibt die Abfallwirtschaftsberatung des Landkreises gerne Auskunft unter Telefon (08261) 995-367 oder -467. Viele Informationen findet man auch im Internet unter www.unterallgaeu.de/abfall.

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