Bürgermeister-Dienstbesprechung
Nicht nur für Flüchtlinge: Dringend Wohnraum im Unterallgäu gesucht

Im Unterallgäu gibt es knapp 600 Wohnungssuchende. (Symbolbild)
  • Im Unterallgäu gibt es knapp 600 Wohnungssuchende. (Symbolbild)
  • Foto: cocoparisienne von Pixabay
  • hochgeladen von Svenja Moller

Asylunterkünfte, bezahlbarer Wohnraum, Leerstände im Ortskern, Neubaugebiete am Ortsrand - um verschiedene Aspekte des Themas Wohnen ging es bei der Bürgermeister-Dienstbesprechung im Forum in Mindelheim. Zunächst richtete sich der Blick auf Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen. "Wir erwarten wieder mehr Flüchtlinge, mussten aber die 2015 angemieteten Unterkünfte in den vergangenen Jahren Stück für Stück abbauen", so Landrat Alex Eder. Tobias Ritschel, Leiter der Ausländerbehörde am Landratsamt Unterallgäu, beschrieb die Lage als sehr angespannt: "Derzeit werden die größeren Aufnahmeeinrichtungen im Freistaat geleert. Damit kommen ins Unterallgäu wöchentlich im Schnitt 20 Neuzuweisungen." Mit wie vielen Flüchtlingen der Landkreis künftig rechnen müsse, sei nicht vorhersehbar. Um jedoch vorbereitet zu sein, suche der Landkreis bereits neue Unterkünfte. Ritschel bat die Bürgermeister um Unterstützung: "Wer Wohnraum ab einer Größe von rund 150 Quadratmetern zur Verfügung stellen kann, kann sich gerne mit der Ausländerbehörde in Verbindung setzen."

Fünf Gemeinschaftsunterkünfte der Regierung von Schwaben

Momentan gibt es laut Ritschel im Unterallgäu fünf Gemeinschaftsunterkünfte der Regierung von Schwaben, in denen rund 180 Flüchtlinge untergebracht sind. Der Landkreis selbst verwaltet 45 dezentrale Unterkünfte, zudem habe er weitere Objekte in Aussicht. In den dezentralen Unterkünften leben rund 600 Personen, von denen etwa ein Drittel anerkannte Asylbewerber sind. Sie müssten eigentlich ausziehen, finden jedoch auf dem angespannten Wohnungsmarkt keine bezahlbare Wohnung.

Knapp 600 Wohnungssuchende im Unterallgäu

Zu diesem Thema passend bat Florian Schuster, Geschäftsführer der Landkreiswohnungsbau Unterallgäu GmbH (LKWB), die Bürgermeister ebenfalls um Mithilfe. So gebe es im Unterallgäu knapp 600 Wohnungssuchende. Die LKWB könne bezahlbaren Wohnraum schaffen, sei dafür jedoch immer auf der Suche nach geeignetem Grund und Boden.

Das charakteristische Ortsbild erhalten

Was die Bürgermeister selbst tun können, damit in ihren Gemeinden mehr Wohnraum entsteht und gleichzeitig das charakteristische Ortsbild erhalten bleibt, darüber referierte Professor Lothar Zettler vom Planungsbüro "Lars Consult". Er stellte das Handbuch "Dorfkerne - Dorfränder" vor, das das Planungsbüro zusammen mit den Landkreisen Unterallgäu und Ostallgäu erstellt hat. Es enthält Ansätze, wie mehr Wohnraum geschaffen wird, Leerstände in den Ortskernen vermieden werden und das charakteristische Ortsbild erhalten bleibt. Zettler riet, Gemeinden sollten einen Rahmenplan erstellen, um die Ortsentwicklung zu steuern. Hier sollten grundsätzliche Fragen geklärt werden wie zum Beispiel: Wie viele Leute sollen im Dorfkern maximal leben? Welche Flächen können bebaut werden, welche sollen frei bleiben? Welche Dachformen werden zugelassen?

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