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Tierskandal Bad Grönenbach

Veterinäre
Nach Bad Grönenbacher Tierskandal: Die Lage ist "nach wie vor prekär"

Landwirtschaftliche Großbetriebe in Bad Grönenbach stehen im Verdacht, gegen das Tierschutzgesetz verstoßen zu haben. (Symbolbild)
  • Landwirtschaftliche Großbetriebe in Bad Grönenbach stehen im Verdacht, gegen das Tierschutzgesetz verstoßen zu haben. (Symbolbild)
  • Foto: Ralf Lienert
  • hochgeladen von David Yeow

Auch ein viertel Jahr nach Bekanntwerden des Tierskandals im Unterallgäuer Bad Grönenbach ist die personelle Situation am zuständigen Veterinäramt immer noch angespannt. Die Lage sei "nach wie vor prekär", sagte der Unterallgäuer Landrat Hans-Joachim Weirather im Gespräch mit unserer Redaktion. Es gebe lediglich eine geringfügige Verbesserung, mit der man ab November rechne.

Veterinärämter fühlen sich im Stich gelassen

Nach Bekanntwerden der gravierenden Missstände in drei landwirtschaftlichen Großbetrieben im Unterallgäu mit Hofstellen auch im Oberallgäu hatten die vier Allgäuer Landräte einen Brandbrief an den bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber geschrieben. Darin forderten sie eine bessere personelle Ausstattung der Veterinärämter. Seit Jahren fühlten sich die Kreisbehörden "kläglich im Stich gelassen". Die personelle Ausstattung der Veterinärbehörden sei zu schlecht, um die übertragenen Aufgaben erfüllen zu können. Dazu gehört unter anderem die Kontrolle von landwirtschaftlichen Betrieben.

Mitte November kommt eine zusätzliche Veterinärin - aber nur als Aushilfe

Unmittelbar nach Bekanntwerden des Unterallgäuer Tierskandals war die Kreisbehörde zunächst ins Schussfeld der Kritik geraten. Landrat Weirather hatte aber lückenlos nachweisen können, dass er den Freistaat wiederholt auf die personellen Missstände aufmerksam gemacht hatte. Geschehen war aber nichts. Nun soll Mitte November eine zusätzliche Veterinärin im Unterallgäu ihren Dienst versehen. Sie wird allerdings nicht dauerhaft angestellt, sondern von der Regierung von Schwaben zur Aushilfe ans Landratsamt abgeordnet – befristet auf zwei Jahre.

In der Praxis seien aktuell am Unterallgäuer Landratsamt viereinhalb Stellen besetzt, notwendig aber seien acht, heißt es von der Kreisbehörde in Mindelheim. "Mir und meinen Mitarbeitern ist es ein besonderes Anliegen, dass alle Missstände beseitigt werden", sagte Weirather.

Im Zusammenhang mit dem Tierskandal ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen 15 Beschuldigte, darunter drei Hoftierärzte. Drei Großbetriebe stehen im Fokus. Jüngste Medienberichte von neu bekannt gewordenen Tierschutzverstößen im Unterallgäu seien vollkommen unzutreffend, heißt es von der Memminger Staatsanwaltschaft und dem Landratsamt.

Den Artikel finden Sie auch in der Freitagsausgabe der Allgäuer Zeitung vom 18.10.2019.

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Autor:

Michael Munkler aus Kempten

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