Antrag
Marktrat prüft Beschluss

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Es sind unscheinbare Striche in den Bauplänen von Architekt Martin Gleich, die nun die seniorengerechte Wohnanlage in der Judengasse in Babenhausen in den Mittelpunkt einer Diskussion in Bauausschuss und Marktgemeinderat rücken. Entlang der gestrichelten Linien soll die Mauer des Polizeigartens durchbrochen werden. Diese Mauer gehört dem Markt Babenhausen. Zunächst sollte die Neugestaltung der Mauer bereits vor der Sommerpause im Marktrat diskutiert werden. Dann wurde der Tagesordnungspunkt jedoch kurzfristig abgesetzt. Die Räte wollten sich zunächst bei einem Ortstermin ein Bild machen. Jetzt landete das Thema auf der Tagesordnung einer Bauausschusssitzung. Das stieß den Freien Wählern (FW) sauer auf.

«Es wäre nicht das erste Mal, dass schwierige Entscheidungen in den Bauausschuss verschoben werden», sagt Ilona Keller (FW). Im Bauausschuss sitzt je ein Vertreter der FW, der SPD und der Liste engagierter Bürger (LeB) sowie vier Vertreter der CSU. Martin Gleich, Planer des Bauvorhabens, ist CSU-Marktrat. «Warum eine Entscheidung, die zunächst auf der Tagesordnung des gesamten Gremiums stand, im Bauausschuss landet, darüber soll sich jeder selbst Gedanken machen», so Keller.

Die Mauerdurchbrüche hätten in der Marktratssitzung vor der Sommerpause trotz der Zustimmung von Gleichs Parteikollegen gekippt werden können, wenn alle anderen Fraktionen dagegen gestimmt hätten. De facto haben aber im Bauausschuss auch SPD und LeB die Durchbrüche letztlich befürwortet. Trotzdem haben die fünf FW-Markträte beantragt, das Thema im Marktrat nachzuprüfen.

Und da die Freien Wähler ein Viertel des Gremiums ausmachen, muss dem Antrag laut Gemeindeordnung stattgegeben werden (siehe Infokasten). «Am 14. September steht der Punkt erneut auf der Tagesordnung», sagt Bernd Ziegler, Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft (VG). Dann könnte der Marktrat den Beschluss des Bauausschusses kippen.

In einem Schreiben betonen die Freien Wähler, dass sie in den Mauerdurchbrüchen keinen Nutzen für die Bevölkerung erkennen, sondern nur einen Nutzen für die Bewohner der neu entstehenden Wohnanlage. «Die Freien Wähler haben aus diesem Thema ein unnötiges Politikum gemacht», sagt Dr. Thomas Held (CSU), der derzeit Bürgermeister Otto Göppel vertritt. Er hält die Pläne seines Parteikollegen Gleich für sinnvoll: «So würde der Garten endlich mit Leben erfüllt.»

Drei Durchbrüche in der Mauer

Der Plan von Architekt Gleich: In der Polizeigarten-Mauer, die an die Wohnanlage angrenzt, sollen drei Durchbrüche mit je 3,50 Meter Breite entstehen. Diese werden mit schmiedeeisernen Gittern geschlossen - alles auf Kosten des Bauherrn. So entstehe eine harmonische Beziehung zwischen der Wohnanlage und dem Polizeigarten, sagt Gleich. Außerdem soll ein kleines Tor von der Wohnanlage in den Garten führen.

Dieser Plan ist ein Kompromiss, nachdem einige Markträte angedeutet hatten, einer ersten Variante nicht zuzustimmen, die eine Entfernung größerer Mauerteile beinhaltet hätte.

Eine Fotomontage zeigt, wie die umgestaltete Mauer des Polizeigartens und dahinter die seniorengerechte Wohnanlage aussehen sollen. Mit drei Mauerdurchbrüchen soll eine optische Verbindung zwischen Wohnanlage und Polizeigarten hergestellt werden. Grafik: Architekturbüro Martin Gleich

So sehen der Polizeigarten und die seniorengerechte Wohnanlage derzeit aus. Die Mehrheit im Babenhauser Bauausschuss hat die beantragten Mauerdurchbrüche (siehe Grafik rechts) befürwortet. Auf Antrag der Freien Wähler muss der Marktrat diesen Beschluss nun prüfen. Foto: oh

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