Diskussionsrunde
Landwirtschaftliche Gruppierungen sprechen über anstehende Agrarreform

Mit der EU-Agrarreform im Jahr 2013 haben sich mehrere landwirtschaftliche Gruppierungen und Verbände bei einer vom Bund Naturschutz (BN) organisierten Diskussionsrunde in Erkheim auseinandergesetzt. Der stellvertretende Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Memmingen-Unterallgäu, Joachim Stiba, forderte, dass die EU-Agrarsubventionen anders verteilt werden und eine ökologische Landwirtschaft besser unterstützt wird. Zudem sei eine Zahlungsbegrenzung notwendig.

«Die Krankheit heißt industrielle Landwirtschaft und hat seit den 1980er Jahren rund die Hälfte der Höfe dahingerafft», erläuterte Stiba. Der BN-Landesbeauftragte Richard Mergner machte deutlich, dass der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) für eine umwelt- und tierschutzgerechte Landwirtschaft nach dem Vorbild des ökologischen Landbaus eintrete. «Weil die Subventionen aus Brüssel bisher die Industrialisierung der Landwirtschaft vorantreiben, geht es künftig darum, ob unsere Lebensmittel von Bauernhöfen oder überwiegend von Agrarfabriken stammen», bekräftigte Mergner. Aus dem EU-Haushalt fließen demnach im Jahr rund 60 Milliarden Euro in Agrarsubventionen. Diese sollten nach Auffassung Mergners künftig für eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft genutzt werden.

So seien etwa in Bayern in den Jahren 2005 bis 2008 durch den Rückgang der Wiesen in Vogelschutzgebieten über 700 Hektar und in Überschwemmungsgebieten über 600 Hektar verloren gegangen. Der Landesbeauftragte forderte zudem eine Deckelung der Subventionen.

Laut Gerhard Miller, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes, gehört der Landkreis Unterallgäu zu den «milchdichtesten» in Deutschland. Daher sei Export notwendig. Dass «Große weniger und Kleine mehr bekommen sollen» konnte der Kreisobmann nur zum Teil mittragen. Wenn man bei den Großbetrieben in Brandenburg Kürzungen vornimmt, bedeute dies nicht, dass in Bayern mehr Geld für kleinere Bauernhöfe ankommt, so Miller. Bei einer Koppelung der Zahlungen an die Arbeitsplätze würde man sich ins eigene Fleisch schneiden.

Denn im Schnitt seien in der EU sieben Arbeitskräfte pro Hektar im Einsatz, in Bayern hingegen nur vier.

Einfluss der Bauern

«Wir Landwirte wollen von unserer Arbeit leben und unsere Familien ernähren können», erläuterte Manfred Gromer, Kreisvorsitzender des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter. Dies sei nur durch mehr politischen Einfluss der Bauern auf die Verteilung der Steuergelder möglich. Er forderte einen Markt, auf dem sich die Preise zwischen Verbrauchern und Erzeugern selbst regulieren können. Dazu müsse die Regionalität im Vordergrund stehen, sagte Gromer.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen