Entsorgung
Landkreis Unterallgäu startet mit eigener Altpapiertonne

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Ab dem ersten August gibt es im Landkreis Unterallgäu einen dritten Weg, sein Altpapier loszuwerden. Neben den Vereinssammlungen und den Wertstoffhöfen, kann dann die 'blaue Tonne' bestellt werden. Die blauen Tonnen sind an sich nichts Neues. Auch nicht im Unterallgäu. Bereitgestellt und geleert werden sie aber von privaten Unternehmen, wie der Firma Dorr. Der Landkreis musste sich bisher mit dem begnügen, was die Unterallgäuer zu den Wertstoffhöfen bringen.

Jetzt möchte der Landkreis ein etwas größeres Stück vom Recycling-Kuchen abhaben, als bisher. Aber den privaten Unternehmen die monatlichen Papiersammlungen einfach verbieten, kann er nicht. Eine Bundesweite Gesetzesänderung im Kreislaufwirtschaftsgesetz verhindert eben genau das.

Ein Landkreis kann die Verbreitung der gewerblichen Altpapiertonnen nur stoppen, wenn er ebenfalls ein sogenanntes 'Hol-System' einführt. Das bedeutet: Der Landkreis muss eigene Tonnen bereitstellen.

Der Unterallgäuer Landrat Hans-Joachim Weirather hofft, mit der 'Landkreistonne' auch Bürger zum Papiersammeln zu bringen, die das bisher nicht getan haben.

Keine Rosinenpickerei

Viele kleine Gemeindeteile oder Weiler, die etwas ab vom Schuss liegen, würden von den privaten Unternehmen ohnehin nicht angefahren, die Landkreistonne soll es auch da geben, wo es sich für ein Privatunternehmen nicht lohnt, heißt es vom Landratsamt.

Den Vorwurf der 'Rosinenpickerei', weist die Dorr GmbH weit von sich: 'Wir würden das Altpapier überall abholen, dürfen es aber nicht', sagt Sprecher Harald Hiltensberger, und verweist auf eine Unterlassungsverfügung von 2008.

Die Firma Dorr ist momentan in der schlechteren Position. Einfach so aus dem Unterallgäu zurückziehen will sie sich aber nicht. 'Wir haben ein großes Interesse daran, das Altpapier weiterhin bei unseren Kunden abzuholen', sagt Hiltensberger, 'Und letzten Endes geht es auch bei uns um Arbeitsplätze'. Das Entsorgungsunternehmen muss reagieren, sucht das Gespräch mit dem Landkreis.

Aber auch der Landkreis steckt in einem kleinen Dilemma: Einerseits lässt sich mit dem Recycling von Papier und Pappe viel Geld machen und ein privater Konkurrent wird auf Distanz gehalten, andererseits dürfen die Altpapiersammlungen der Vereine nicht unter dem neuen Angebot leiden.

Dazu Landrat Weirather: 'Jeder Bürger muss sich bewusst sein, dass er einen wertvollen Beitrag zur Sicherung der ehrenamtlichen Tätigkeit leistet und die Jugendarbeit der Vereine fördert, wenn er die Vereinssammlungen weiter unterstützt.'

Wahrscheinlicher ist aber, dass viele Bürger den einfacheren Weg gehen und ihre alten Zeitungen und Zeitschriften in der Tonne entsorgen. Und den meisten wird es egal sein, ob die Tonne vom Landkreis geleert wird, oder von Dorr.

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