Kreisjugendpflege
Landkreis Unterallgäu: auf dem Weg zum jugendfreundlichen Landkreis

Landratsamt Unterallgäu
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„Wir sind im Unterallgäu schon auf einem guten Weg“, sagte Kreisjugendpflegerin Julia Veitenhansl. Man könne den Landkreis aber noch jugendfreundlicher gestalten. Was der Landkreis und die Gemeinden tun können, stellte die Kreisjugendpflegerin im Jugendhilfeausschuss vor.

Veitenhansl präsentierte in der Sitzung den Bereich Jugendarbeit der sogenannten Jugendhilfeplanung. Die Jugendhilfeplanung ermittelt, welche Angebote für Kinder und Jugendliche vorhanden sind und wo zusätzlicher Bedarf besteht. Sie nimmt dazu drei Teilbereiche unter die Lupe - die Jugendarbeit, die Kindertagesbetreuung und die Hilfen zur Erziehung.

Für die Planung der Angebote im Bereich Jugendarbeit ist der Landkreis zuständig. Umgesetzt werden müssen diese von den Gemeinden. Ziel ist es laut Veitenhansl, eine bedarfsgerechte Infrastruktur für Jugendliche in ihrem Heimatort zu schaffen. „Der Landkreis unterstützt die Gemeinden dabei und berät sie.“ Für eine gute Infrastruktur brauche es unter anderem ehrenamtliches Engagement, attraktive Freizeitangebote und Veranstaltungen, Treffpunkte, die Möglichkeit zur Partizipation, eine gute Nahverkehrsanbindung und eine Ferienbetreuung. An diesen Punkten könne man auf verschiedene Weise ansetzen.

„In kleinen Gemeinden lebt die Jugendarbeit vor allem durch das Ehrenamt, also durch die Vereine“, sagte die Referentin. Da diese jedoch mit vielen Herausforderungen wie der Nachwuchsgewinnung oder bürokratischen Hürden konfrontiert seien, müsse man den Vereinen unter die Arme greifen. Als Beispiele nannte sie Fortbildungen und Zuschüsse. Unterstützt würden die Vereine zum Beispiel bereits durch den Kreisjugendring oder die Bildungsregion Memmingen-Unterallgäu.

Was Veranstaltungen betrifft, gebe es bereits einige Teeniediscos im Landkreis. Das Angebot sollte jedoch ausbaut werden, riet die Kreisjugendpflegerin. Der Landkreis unterstütze dies zum Beispiel mit einem Veranstalterleitfaden, persönlicher Beratung oder einem Infoabend. Grundsätzlich sei es wichtig, jugendspezifische Veranstaltungen in den Gemeinden zu fördern und Feste im Ort zu erhalten.

Damit sich Jugendliche treffen können, sollten auch geeignete Räume zur Verfügung gestellt werden. Deshalb sollten die Gemeinden den Bedarf ermitteln. Bereits vorhanden seien 15 hauptamtlich geführte Jugendzentren in der Trägerschaft des Kreisjugendrings sowie einige ehrenamtlich geführte Treffs.

Wichtig sei für Jugendliche auch die Möglichkeit, sich zu beteiligen. „Gut funktionieren die vier Kinderparlamente“, sagte die Expertin. Es gelte jedoch, neue, zusätzliche Formen der Beteiligung zu finden. Dabei wolle der Landkreis die Gemeinden künftig mit sogenannten Zukunftswerkstätten begleiten.

Entscheidend sei für Jugendliche auch das Thema Mobilität - also ein gut ausgebauter Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV). Hier würden sich zum Beispiel Angebote abends und am Wochenende anbieten, so Veitenhansl. Ermitteln könnten Gemeinden den Bedarf über Befragungen.

Bei der Ferienbetreuung gebe es inzwischen ein flächendeckendes Angebot im Landkreis - von örtlichen Programmen über Aktionen von Verbänden und Jugendzentren bis hin zu Veranstaltungen des Kreisjugendrings. Weiter ausgebaut werden sollte dagegen die Zusammenarbeit zwischen Jugendarbeit und Schule. Ziel sei auch ein landkreisweites Präventionsnetzwerk zu Themen wie Alkohol und Medienpädagogik.

Grundlage für die Planung im Bereich Jugendarbeit war eine sogenannte Metastudie, bei der mehrere Studien kombiniert wurden - Studien aus anderen bayerischen Landkreisen sowie Befragungen der Unterallgäuer Gemeinden und der in der Jugendarbeit tätigen Fachkräfte.

Darüber hinaus riet Veitenhansl zu Befragungen in den einzelnen Gemeinden. Nur so könnten lokale Besonderheiten ermittelt werden. Wo die Gemeinden mit ihrer Jugendarbeit stehen, erfahren diese im „Jugendarbeitscheck“. Das Heft hat der Landkreis als Hilfestellung für die Gemeinden entwickelt und möchte es gemeinsam mit ihnen regelmäßig fortschreiben.

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