So viele wie noch nie
Jäger erlegen 1.653 Wildschweine im Unterallgäu

Im Unterallgäu haben Jäger im vergangenen Jagdjahr 1.653 Wildschweine erlegt. (Symbolbild)
  • Im Unterallgäu haben Jäger im vergangenen Jagdjahr 1.653 Wildschweine erlegt. (Symbolbild)
  • Foto: Marcus Merk
  • hochgeladen von David Yeow

Um die Schwarzwildpopulation im Unterallgäu einzudämmen, haben die Jäger im Jagdjahr 2019/2020 insgesamt 1.653 Tiere erlegt. Das sind so viele wie nie zuvor. Die Jagd auf Wildschweine trägt laut Sonja Stäger von der Unteren Jagdbehörde am Landratsamt auch zur Prävention der Afrikanischen Schweinepest und zur Verringerung von Wildschäden bei. Mittlerweile dürften auch Nachtsichtvorsatz- und -aufsatzgeräte verwendet werden. Nachtzielgeräte sind jedoch weiterhin verboten.

Spezielle Geräte und auch der Einsatz künstlicher Lichtquellen waren laut Stäger lange Zeit auch waffenrechtlich verboten. In begründeten Einzelfällen konnten Ausnahmegenehmigungen bei der Unteren Jagdbehörde beantragt werden. Eine Änderung des Waffengesetzes und eine jagdrechtliche Allgemeinverfügung ermöglichen es nun den Unterallgäuer Jägern, Nachtsichtvorsatz- und -aufsatzgeräte in Verbindung mit einer Jagdlangwaffe bei der Jagd auf Schwarzwild einzusetzen, ohne dass dafür im Vorfeld eine Einzelgenehmigung von der Unteren Jagdbehörde eingeholt werden muss. Wichtige Voraussetzung ist laut Stäger aber, dass die jeweilige Jagdgenossenschaft oder der Eigenjagdbesitzer dem Einsatz auch zugestimmt hat.

„Der Einsatz von Nachtsichttechnik hat sicherlich dazu beigetragen, dass in den letzten Monaten mehr Schwarzwild geschossen wurde“, sagt Stäger. Eigentlich sei die Schwarzwild-Jagd in einem fast schneelosen Winter wie dem letzten nämlich deutlich erschwert - denn: Schnee reflektiert das Mondlicht und sorgt so für bessere Sichtbedingungen bei der Jagd auf die überwiegend nachtaktiven und scheuen Tiere.
„Ziel ist es in ganz Bayern, das Schwarzwild-Vorkommen zu reduzieren“, sagt Stäger. Je weniger Wildschweine es in einem Landkreis gebe, desto mehr sinke auch das Risiko für einen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest. Die Tierseuche sei zwar keine Gefahr für den Menschen, habe aber massive Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Schweinehaltung und die Jagd.

In Deutschland gab es bislang keinen Fall der Afrikanischen Schweinepest. Die Tierseuche breitet sich jedoch von Osteuropa her stark aus. Um die Schwarzwild-Population einzudämmen, wurden laut Stäger im März 2018 die Schonzeiten aufgehoben. Wildschweine dürfen seitdem ganzjährig gejagt werden - einzige Ausnahme seien führende Bachen, also Muttertiere in Begleitung von gestreiften Frischlingen.

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