Gesundheit
Erster Masernfall im Unterallgäu

Nachdem das Virus in den vergangenen Monaten bereits gehäuft im benachbarten Oberbayern auftrat, ist nun nach gut eineinhalb Jahren auch im Unterallgäu wieder ein Kind an Masern erkrankt. Um zu vermeiden, dass sich die Erkrankung weiter ausbreitet, dürfen nun einige Kinder bis Ende der Woche nicht mehr in den Kindergarten. Denn: Laut dem Leiter des Unterallgäuer Gesundheitsamts, Dr. Wolfgang Glasmann, dürfen Masern nicht als harmlose Kinderkrankheit unterschätzt werden.

Sie können zu schweren Komplikationen wie Lungenentzündung oder gar zu Hirnschädigungen führen. Umso wichtiger sei deshalb ein umfassender Impfschutz. Theoretisch könnten die Masern laut Dr. Glasmann nämlich ganz ausgerottet werden.

Hierfür müssten mindestens 95 Prozent der Kinder zweimal geimpft werden - im Unterallgäu war dies bei einer Erhebung des Gesundheitsamts im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung 2009 jedoch nur bei 74,5 Prozent der Kinder der Fall.

Dabei gebe es seit vielen Jahren einen sehr gut verträglichen Masern-Impfstoff. Dieser werde normalerweise Kindern schon im zweiten Lebensjahr verabreicht.

Inzwischen empfehle die Ständige Impfkommission darüber hinaus, dass auch junge Erwachsene, die nach 1970 geboren wurden, gegen Masern geimpft werden sollen, wenn bei diesen nur eine oder keine Masernimpfung dokumentiert ist.

Im aktuellen Fall, der in einem Kindergarten im westlichen Landkreis auftrat, dürfen gemäß Infektionsschutzgesetz bis Ende der Woche nur noch die Kinder den Kindergarten besuchen, die nachweislich zwei Mal geimpft wurden oder nachweislich bereits an Masern erkrankt waren.

Alle anderen müssen zuhause bleiben, da sie angesteckt sein könnten und dann möglicherweise das Virus im Kindergarten weiterverbreiten. Gleiches gilt für die Erzieherinnen. 'Diese, für manche Eltern leider belastende Maßnahme ist notwendig, um diese ernste Erkrankung möglichst einzudämmen', sagt Dr. Glasmann.

Auch um solche Unannehmlichkeiten künftig zu vermeiden, rät er, ihre Kinder bald gegen Masern impfen zu lassen - dann können sie dem nächsten Masernausbruch gelassen entgegen sehen. Die im aktuellen Fall betroffenen Eltern wurden vom Gesundheitsamt bereits verständigt.

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