Fasching
Endspurt bei den Vorbereitungen auf den großen Engetrieder Umzug

Einer der größten Faschingsumzüge der Region wird am Sonntag ab 13.13 Uhr in Engetried und ab 14.44 Uhr in Markt Rettenbach durch die Straßen ziehen. Rund 2000 Narren sind unterwegs. Über 20 000 Zuschauer hat das Spektakel beim letzten Mal angelockt.

Am Faschingsdienstag ist der Umzug ab 14 Uhr in Engetried nochmals zu sehen. Wir sprachen mit Manfred Prexl, Präsident des Engetrieder Faschingsvereins, über die Vorbereitungen in dem 630-Seelen-Dorf.

Wie ist die Stimmung in Engetried?

Prexl: Angespannt, vor allem wegen der Kälte in den vergangenen Wochen. Man konnte an den Wagen nicht lackieren und nicht verputzen. Wir sind heuer knapp dran. Und dann noch der Schnee in dieser Woche. Aber bis Sonntag haben wir die Gehwege und Straßen vom Schnee befreit, da helfen alle zusammen.

Na, und dann warten natürlich alle gespannt auf Sonntagvormittag, wenn die Gruppen so langsam ihre großen Wagen aufbauen. Diese entstehen unter strengster Geheimhaltung. Selbst beste Freunde reden da nicht miteinander, wenn sie in unterschiedlichen Gruppen sind.

Sind es diese aufwändig gestalteten Wagen, die die vielen tausend Besucher zu Ihrem Umzug locken?

Prexl: Sicher ist es das Zusammenspiel aller Gruppen, alle sind wichtig und geben zusammen dem Zug seinen besonderen Charakter. Aber es stimmt schon: Wir haben die Garden und Hästräger reduziert. Die Wagenbauer haben darauf gepocht, damit der Ziehharmonika-Effekt im Zug nicht zu groß wird.

Eine Garde bleibt stehen, tanzt und springt dann hinterher. Und wenn es nur zehn Sekunden sind, tanzen sie zehn Mal, ist das schon ein Loch von 100 Sekunden im Zug. Das wollen wir vermeiden.

Und die Wagen sind etwas, was uns auszeichnet, darauf sind wir stolz. Seit drei Monaten basteln Jung und Alt im Dorf in jeder freien Minute. Am Sonntagabend werden sie von einer auswärtigen Jury nach Idee, Gestaltung und Auftreten prämiert, vom ersten bis zum letzten Platz.

Ist das nicht sehr hart für den, der den letzten Platz macht? Sie haben auch Monate daran gearbeitet.

Prexl: Auf jeden Fall. Ich habe auch schon angeregt, nur die ersten Drei zu prämieren. Aber das will keiner. Wissen Sie, wir leben Fasching mit Freude, aber auch mit Tränen und Enttäuschung, das gehört alles dazu. Es ist wie ein sportlicher Wettkampf. Hinterher sitzen wir zusammen und feiern.

Wie kommt eine 630-Seelen-Gemeinde eigentlich zu so einem großen Umzug?

Prexl: Er ist 1948 aus einem Kinderumzug entstanden, den eine Lehrerin ins Leben gerufen hat. Bald kam eine neu gegründete Musikkapelle dazu und man hat Wagen aus Schrott gebaut, der nach dem Krieg herumstand. Der Umzug wurde immer größer und 20 Jahre später war er so groß, dass man einen Verein gegründet hat.

Mit der Technik und dem immer mehr Machbaren werden die Wagen immer ausgefeilter. Ich habe die diesjährigen selbst noch nicht gesehen. Wir schauen sie natürlich vorher an und prüfen sie auf Sicherheit. Aber das machen andere, ich lasse mich auch überraschen.

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