Bahn
Elfjähriger steckt am Mindelheimer Bahnhof im Aufzug fest

So hatte sich der elfjährige Schüler die Rückfahrt von der Schule nicht vorgestellt: Als er am Mittwochmittag im Mindelheimer Bahnhof in den Aufzug steigt, der ihn von der Unterführung auf den Bahnsteig bringen soll, schließen sich die Türen - und gehen nicht mehr auf. Der Bub steckt fest. Das allein ist eigentlich schon unangenehm genug. Was die Mutter des Elfjährigen jedoch erst in Rage bringt, ist das Verhalten der Bahn. Ein Passant war auf den eingeschlossenen, weinenden Buben aufmerksam geworden und hatte umgehend den örtlichen Bahnmitarbeiter informiert. Der wimmelte den Helfer barsch ab: << Ich kann da auch nichts machen >>, soll der Angestellte dem Passanten zufolge gesagt und sich nicht weiter um den Vorfall gekümmert haben. Für den Aufzug sei eine andere Firma zuständig.

Und genau das macht die Mutter so wütend: << Ich finde es nicht so schlimm, dass mein Sohn im Aufzug stecken blieb. So etwas kann passieren. Was mich entsetzt ist, dass sich der Mitarbeiter der Sache überhaupt nicht angenommen hat. >> Natürlich sei ihr klar, dass er den Zugverkehr im Auge behalten muss und seinen Platz nicht einfach verlassen kann. << Aber der hat doch auch ein Telefon. >>

Ihr Sohn weiß sich glücklicherweise zu helfen. Als er im Aufzug den Notrufknopf drückt und sich daraufhin nichts tut, ruft er per Handy seine Mutter an, die ihrerseits die Polizei informiert. Eine Passantin versucht derweil von draußen, den Buben zu beruhigen. Sie schafft es schließlich, die Tür des Aufzugs zu öffnen.

Mit Rückrufen vertröstet

Damit ist der Ärger aber noch nicht vorüber. Die Mutter, die ihren Sohn vom Bahnhof abholt, will sich bei der Bahn beschweren und ruft mehrfach bei dem Unternehmen an. Doch auch in diesem Fall fühlt sich niemand zuständig. Sie wird mit Rückrufen vertröstet, auf die sie bislang ebenso vergeblich wartet wie auf eine Entschuldigung.

Bei der Bahn bedauert man den Vorfall auf Rückfrage der MZ. Der Sprecher betont jedoch, dass die Notruftaste im Aufzug einwandfrei funktioniert habe. Der Hilferuf sei an eine Zentrale in München durchgeschaltet und von dort an Aufzugspezialisten vor Ort weitergeleitet worden, die sich sonst auch um die Wartung kümmern.

Daneben spricht der Bahnsprecher von einem DB-Mitarbeiter, der eigens nach Mindelheim gekommen sei, um zu zeigen, dass die Bahn den Vorfall sehr wohl ernst nimmt. Allerdings haben werden die beiden Helfer noch der Bub und seine Mutter diesen Mitarbeiter getroffen.

Dass der Angestellte vor Ort nicht tätig wurde, begründet der Sprecher damit, dass es sich bei dem Aufzug um eine technische Anlage handle, die nur Autorisierte bedienen dürften. Der Unternehmenssprecher versichert derweil, dass sich der Leiter der Bahnstation bei der Familie entschuldigen wolle. Ein Gratisticket soll den Ärger vergessen machen. Und der Elfjährige? Der will künftig lieber die Treppe nehmen.

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