Ortsentwicklung
Ehemaliger Baumeister äußert Kritik an der Politik in Babenhausen

'Der Markt Babenhausen hat geschlafen.': Diesen Vorwurf äußerte der ehemalige Marktbaumeister Hans Gerneth gegenüber der MZ. Mehrere Investoren seien nicht zum Zug gekommen, die im Ortskern einen Supermarkt errichten wollten. Nun, nachdem der Feneberg aus dem Gebäude 'Auf der Wies' ausgezogen ist, habe der Markt die Quittung bekommen, meint Gerneth. Im Zentrum gibt es kein größeres Lebensmittelgeschäft mehr. Nachdem in den 70er-Jahren der Molkereibetrieb in Babenhausen an die Firma Champignon verkauft worden war, habe ein Bauträger Interesse angemeldet, auf dem Gelände der ehemaligen Molkerei ein Einkaufszentrum mit Tiefgarage zu bauen.

'Die umliegenden Geschäfte sollten einbezogen werden', sagt Gerneth. Jedoch habe schließlich der Markt Babenhausen das Gelände und angrenzende Grundstücke gekauft, mit dem Wunsch, dort Wohnungen zu bauen. 'Doch dafür war das Gelände nicht geeignet und der Bauträger zog sich zurück', erzählt Gerneth. In seinen Augen fing damit das Ende des Oberen Marktes an, einige Geschäfte mussten schließen.

Bürgermeister Otto Göppel kann zu diesem Vorwurf nicht viel sagen: 'Ich war damals noch nicht im Gemeinderat.' Allerdings sei die Fläche der ehemaligen Molkerei mit 2000 bis 2500 Quadratmetern zu klein für einen Supermarkt. 'Also zu meiner Amtszeit sind noch keine entsprechenden Anfragen eingegangen.' Grundsätzlich jedoch sei auf diesem Areal, das in einem Sanierungsgebiet liegt, eine Bebauung möglich.

Hauptsächlich am Ortsrand

Insgesamt sei es um die Nahversorgung im Fuggermarkt gar nicht so schlecht bestellt, so der Bürgermeister: 'Wir haben im Kernbereich Metzger, Bäcker, Gemüsehändler und den Wochenmarkt.' Dass sich die großen Lebensmittelmärkte hauptsächlich am Ortsrand befinden, liege an den Vorgaben der Konzerne. 'Heutzutage sind große Flächen gefragt.'

Leerstände im Ortskern seien nicht nur in Babenhausen ein Problem, sondern ein allgemeiner Trend. 'Die Gesellschaft hat sich gewandelt. Es wird vermehrt im Internet gekauft.' Trotzdem glaubt Göppel, Händler im Ortskern könnten Erfolg haben, wenn sie sich etwas einfallen lassen. Ein gutes Geschäftsmodell könne Magnetwirkung haben.

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