Tierschutz
Bei eisiger Kälte auf der Weide

Bei den frostigen Temperaturen der vergangenen Tage ist es im heimelig warmen Wohnzimmer am schönsten. So hat das Bild der Jungrinder, die bei Minustemperaturen ohne Unterstand auf einer Weide in Babenhausen standen, bei einigen Spaziergängern Mitleid erregt. Nicht nur aufgrund der Kälte, sondern auch, weil die Tränke der Tiere zugefroren war. Also schaltete der Tierschutzverein Babenhausen das Veterinäramt ein.

Tierärztin Dr. Christine Schramme gibt den besorgten Spaziergängern grundsätzlich recht. Sie hat den Landwirt angewiesen, seine Rinder schnellstmöglich in den Stall zu holen. Schramme sagt, man könne in solchen Fällen nicht immer gleich mit dem Vorschlaghammer kommen. «Natürlich müssen wir dem Landwirt eine Frist gewähren, damit er die Umstände verändern kann.»

Denn obwohl das für die Rinder kein Dauerzustand sein sollte, sei die Situation weniger besorgniserregend, als sie auf den ersten Blick wirke: «Kälte vertragen die Tiere besser als Hitze», weiß die Tierärztin. Die «Wohlfühltemperatur» der Rinder reiche bis deutlich unter den Nullpunkt. Zudem seien die Tiere seit Mai im Freien und hätten sich ein entsprechendes Winterfell zugelegt. Außerdem füttere der Landwirt den Tieren zu, sodass sie sich eine entsprechende Fettschicht angelegt hätten.

Ab Oktober vorbereitet sein

Dennoch: Bagatellisieren will Schramme die Situation nicht. Ab Mitte Oktober müsse ein Landwirt auf einen Wintereinbruch vorbereitet sein und entsprechende Ställe oder zumindest einen Unterstand mit trockenen, gedämmten Liegeplätzen zur Verfügung stellen. «Gerade bei Wind kühlen Rinder schnell aus.» Zudem müsse natürlich gesichert sein, dass die Tiere genug zu trinken und zu fressen haben. (evb)

 

Die «Wohlfühltemperatur» von Rindern reicht laut Tierärztin Dr. Christine Schramme vom Veterinäramt bis deutlich unter den Nullpunkt. Archivfoto: Becker

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Allgäuer Zeitung aus Kempten

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