Vortrag
Auf der Suche nach dem puren Glück

Es ist die Suche nach dem «puren Glück», die ihn antreibt. Der letzte Schritt auf den Gipfel, der für ihn bereits Motivation genug ist für das nächste Abenteuer. Wenn Extrem-Alpinist Thomas Huber über seine Expeditionen, Erstbegehungen und Rekordversuche im Klettern spricht, schwingt die Begeisterung und Leidenschaft bei nahezu jedem Wort mit. In der Dampfsäg in Sontheim nimmt er die rund 350 Besucher mit auf eine Reise ins «Vakuum der Zeit», wie er seinen Vortrag betitelt.

Rund zweieinhalb Stunden dauert die visuelle Expedition zu den «Drei Zinnen» in Südtirol, dem Queens Maud Land in der Antarktis und dem Nameless Tower (zu deutsch: namenloser Turm) im pakistanischen Karakorum-Gebirge. Mit stimmungsvollen Bildern und Filmsequenzen stellt Huber eindrucksvoll unter Beweis, dass sich seine Fähigkeiten nicht darauf beschränken, einen Balkon hochzuklettern, um in die eigenen vier Wände zu gelangen, wie es derzeit in einem Werbespot zu sehen ist. Doch nicht immer verläuft für Thomas Huber, der zusammen mit seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Alexander als «Huberbua» vor allem mit dem Kinofilm «Am Limit» auch einer breiten Masse bekannt wurde (siehe Infokasten), alles reibungslos.

Humorvoll und nachdenklich

Teilweise humorvoll, mitunter aber auch nachdenklich berichtet er über Erfolge und Rückschläge. So benötigte er drei Versuche, um innerhalb eines Tages alle drei Gipfel der «Drei Zinnen» zu erklettern und mit einem Fallschirm wieder herunterzuspringen (Basejump). Mal hielt ihn eine Verletzung auf (Huber: «Dafür bin ich mit sechs Vollnarkosen belohnt worden»), mal gab die Batterie seiner Stirnlampe bei stockdunkler Nacht kurz vor dem Ziel ihren Geist auf.

Zu einem «echten Abenteuer» wurde nicht nur seine siebenwöchige Expedition in der Antarktis, sondern bereits der Hinflug von Kapstadt aus.

So berichtet er von einem etwa 50 Jahre alten russischen Transportflugzeug mit Dixie-Klo, das laut knatternd erst kurz vor Ende der Startbahn abhob und bei der Landung erst nach einer kilometerlangen Schlitterfahrt auf dem Eisfeld des Flughafens einer russischen Forschungsstation zum Stehen kam. «Da kann man für 14000 Euro pro Flugticket doch wohl mehr erwarten», erklärt der 44-Jährige schmunzelnd. In der Antarktis angekommen bietet sich ihm und seiner Truppe mit der Mitternachtssonne ein «gigantisches Naturschauspiel». Dieser Eindruck wird jedoch von zahlreichen herumliegenden Ölfässern in der näheren Umgebung getrübt. An ihre Grenzen stößt die Truppe zunächst bei Temperaturen bis zu minus 53 Grad Celsius, die sie zu einer einwöchigen Pause zwingt.

Die Begegnung nach wochenlanger Einsamkeit mit einer All-inclusive-Reisegruppe, die für einen Tag die Gegend erkunden möchte und zwei Köche im Schlepptau hat, sorgt bei den Zuschauern für Erheiterung. Huber erzählt von einer 16-stündigen Klettertour ohne Pause, einer «kleinen Skitour» von rund 40 Kilometern Länge, aber auch von der Sehnsucht nach der Heimat und der Familie. Ein rosarotes Krokodil seiner Tochter tröstet ihn über das Heimweh hinweg.

Belohnt wird er jedoch von den «tollen Momenten» auf dem Gipfel, «in denen die Zeit fast stillzustehen scheint». Huber: «Dieser Moment lässt sich nur mit zwei Worten beschreiben: Pures Glück.»

 

Von imposanten Bildern und Filmsequenzen begleitet berichtete Extrem-Kletter Thomas Huber (rechts) in seinem Vortrag in der der Sontheimer Dampfsäg auch über seine Tour im pakistanischen Karakorum-Gebirge. Foto: Schaupp

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