Natur
Achtung, Zecken! - Unterallgäuer Gesundheitsamt rät zur Impfung

Die Frühlingssonne lockt nicht nur Sportler und Hobbygärtner nach draußen, auch Zecken verlassen bei steigenden Temperaturen ihr Winterquartier und sind jetzt wieder verstärkt aktiv. Wer in der Natur war, sollte deshalb hinterher seinen Körper nach den kleinen Blutsaugern absuchen, rät Dr. Wolfgang Glasmann, Leiter des Gesundheitsamts am Unterallgäuer Landratsamt. Außerdem empfiehlt er, sich impfen zu lassen.

Mit einer Impfung kann man sich vor der sogenannten Frühsommer-Meningo-Enzephalitis, kurz FSME, schützen. Die Viruserkrankung wird durch Zecken übertragen und kann zu Hirnhautentzündung oder Lähmungen führen. "Die Impfung ist gut verträglich", sagt der Leiter des Gesundheitsamts. Die Kosten dafür übernehme in der Regel die Krankenkasse.

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Wie fast ganz Bayern ist auch das Unterallgäu seit Jahren FSME-Risikogebiet. Im vergangenen Jahr wurde dem Unterallgäuer Gesundheitsamt laut Glasmann eine FSME-Erkrankung gemeldet. Zudem gab es 27 Borreliose-Fälle. Borreliose wird ebenfalls durch Zecken übertragen und kann wie FSME Hirnhautentzündung oder Lähmungen hervorrufen. Dagegen impfen lassen kann man sich allerdings nicht. "Wenn man eine Zecke schnell entfernt, besteht meist aber keine Gefahr", sagt der Fachmann. "In den ersten zwölf bis 24 Stunden nach einem Stich werden erfahrungsgemäß kaum Borreliose-Erreger übertragen."

Von März bis Oktober

Aus diesem Grund sei es wichtig, den Körper in der Zeckensaison, also von März bis Oktober, genau abzusuchen, wenn man im Wald war oder Gartenarbeiten erledigt hat. Die Tiere sitzen in der Regel auf Sträuchern und Gräsern. Am einfachsten entfernt man eine festgesaugte Zecke nach Glasmanns Worten, indem man diese mit einer spitzen Pinzette knapp über der Haut fasst und gerade herauszieht.

Im Anschluss sollte man die Einstichstelle desinfizieren. "Falsch ist es dagegen, das Tier herauszudrehen oder mit Öl oder Alkohol zu ersticken. Denn das kann die Übertragung von Erregern unter Umständen sogar begünstigen." Nach der Entfernung sollte man die Einstichstelle etwa vier Wochen lang beobachten.

"Bei einer Hautveränderung wie zum Beispiel einer Rötung, die sich nach außen hin ringförmig ausbreitet, sollte man einen Arzt aufsuchen", rät der Experte. Die Rötung könne ein Zeichen für eine beginnende Borreliose sein. Ist man tatsächlich daran erkrankt, sei Borreliose mit Antibiotika gut behandelbar. Gegen FSME seien Antibiotika dagegen wirkungslos. Tipps Viele weitere Informationen zum Thema Zecken gibt es auf der Homepage des Landratsamts.

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