Projekt
Abriss von Mesnerhaus löst Skepsis aus

Fast 150 Jahre steht es da. Auf alten Postkarten bildet es zusammen mit Kirche und Pfarrhof eine Einheit. Das zumindest finden einige Erkheimer Bürger, die einem geplanten Abriss des örtlichen Mesnerhauses mit Skepsis gegenüberstehen. «Die Leute hängen an dem Gebäude. Für sie gehört es einfach zur Ortsansicht dazu», sagt Sieglinde Singer, Vorsitzende der Erkheimer Heimatpflege. Manche hätten gar schon an Demonstrieren gedacht. <%img scl_width='720' scl_height='395' align='right' id='534494'%>

Erkheims Pfarrer Ralf Czech bestätigt auf Nachfrage der MZ, dass das momentan leer stehende Mesnerhaus abgerissen und Platz für ein neues Pfarrheim geschaffen werden soll. Der Neubau soll Begegnungs- und Versammlungsstätte für die Pfarrei werden. Das Landratsamt habe bereits eine Abrissgenehmigung erteilt. Verschiedene Verhandlungen laufen, so Czech. Wann die Planungen konkret werden, könne er momentan aber noch nicht sagen. Unter anderem müsse etwa das diözesane Bauamt als «Hauptgeldgeber» sein Einverständnis erteilen.

«Einem neuen Pfarrheim steht eigentlich nichts entgegen», sagt Sieglinde Singer. Allerdings wünschen sich einige Bürger, dass das Alte in etwas Neues integriert wird - «moderne Architektur in historische Bausubstanz einbetten», nennt sie das. Man habe der Kirche vorgeschlagen, zumindest den vorderen Teil des Mesnerhauses zu restaurieren, so Singer. <%tbr scl_width='600' scl_height='15' title='Trenner' from='inject'%>

Für Pfarrer Czech ist das Mesnerhaus «kein erhaltenswertes Gebäude», weswegen es seiner Ansicht nach eben auch nicht unter Denkmalschutz steht. «Nicht alles, was alt ist, ist auch wertvoll», so der Pfarrer. Das Gebäude sei als einfaches Haus, als Wohnhaus für den Mesner gebaut worden - «es ist kein Schatz». Das habe auch der Rundgang mit einem Architekten ergeben, «denn natürlich haben wir geschaut, was sich erhalten lässt.»

«Großer finanzieller Aufwand»

Man könne das Haus nicht so sanieren, dass es als öffentliches Gebäude nutzbar wäre, sagt Czech. Und wenn, dann nur mit sehr großem finanziellen Aufwand. Innen sei das Haus «total marode» und selbst die Außenhülle ließe sich laut Pfarrer «so nicht erhalten».

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Als Beispiel nennt er die gültigen Bestimmungen für den Abstand zwischen Boden und Fenstersims: 90 Zentimeter seien vorgeschrieben, 75 Zentimeter sind es beim Mesnerhaus. Aus den zwei Stockwerken könne man bei einer Sanierung nur noch eines machen, um die 2,5 Meter Mindest-Deckenhöhe zu erfüllen, sagt Czech. Das entspräche einem Quadratmeterpreis von 3000 bis 4000 Euro, sagt der Pfarrer und ein solcher sei aus seiner Sicht nicht zu rechtfertigen, «denn letztlich greifen auch wir auf Steuergelder zurück».

 

Das alte Mesnerhaus (im Vordergrund) in der Ortsmitte von Erkheim soll abgerissen werden. Geplant ist an dieser Stelle eine Begegnungs- und Versammlungsstätte. Foto: Siegfried Rebhan

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