Viehscheid
3000 Schaulustige verfolgen tierischen Abtrieb in Markt Rettenbach

Keine Frage: «Alma» heißt der Star des dritten Markt Rettenbacher Viehscheids. Geduldig posiert das prächtig geschmückte Kranzrind für die vielen Kameras und lässt sich von den Menschenmassen, die die Straßen säumen, nicht beeindrucken. << Sie isch gmiatlich >>, lobt Hirte Martin Karg, der extra aus Immenstadt gekommen ist, um die Unterallgäuer beim Viehscheid zu unterstützen. Für ihn sei ist heute << ein bisschen Training >>, lacht Karg, denn in zwei Wochen sei Abtrieb in Thalkirchdorf, wo er als Hirte auf einer Alm tätig ist. Und während er mit << Alma >> keinerlei Mühen hat, haben die anderen Treiber alle Hände voll zu tun, um die etwa 30 temperamentvollen Schumpen im Zaum zu halten und durch die dichten Zuschauerreihen zu treiben.

Angeführt von den Markt Rettenbacher Musikanten und unter dem Jubel von etwa 3000 Besuchern erreichen schließlich alle den Scheidplatz, wo die Rinder im Pfarrgarten grasen dürfen und mit ihren mächtigen Zugschellen eine Augen- und Ohrenweide sind. Ringsum drängen sich die Zuschauer, bestaunen das Vieh und wollen allerhand wissen, wie etwa, was der Unterschied zwischen Schellen und Glocken sei.

Thomas Kirmaier, Treiber und stellvertretender Feuerwehr-Kommandant, erklärt: << S Kranzrind hot a Glocke um, d Schumpa traget Schellen. >> Ein Blick genügt, und schon ist man - in diesem Falle frau - im Bilde. Und wo die Tiere den Sommer verbrachten, weiß Ehrenkommandant Magnus Fiener.

<< So auf ungefähr eintausend Höhenmetern >>, dort wo man mit dem Traktor nicht mehr hinfahren könne, oben beim Schneiderbauern und auf dem Hatzleberg, << halt auf de Bickel rund um Markt Rettenbach. >>

Gleich neben dem Scheidplatz suchen Christian Egger und Robert Leuterer ein schattiges Plätzchen unter einem Apfelbaum. Die zwei Buben aus Gottenau haben sich mit ihrem Ziegengespann und dem Esel << Lotte >> beim Zug unter die Schumpen gemischt, wo es außerdem noch Pferde, Hasen und Hühner zu bestaunen gab.

Großartige Resonanz

<< Das haben wir schon ein paar Mal geübt >>, verraten die jungen Hirten, die ganz nach Vorbild der Großen in feschen Lederhosen auftreten. Auch viele der Gäste, die im Nu die Bänke am Festplatz füllen, sind in Tracht gekommen.

Bei herrlichem Sommerwetter erleben sie ein einzigartiges Volksfest mit zünftiger Musik bis spät in die Nacht, einen Krämermarkt und vielen Attraktionen auch für die Kleinen. Mit allerlei Allgäuer Spezialitäten verwöhnen die Markt Rettenbacher Feuerwehrleute als Veranstalter ihre Gäste und freuen sich über die großartige Resonanz ihrer Viehscheid.

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