Spielbericht
Regionalliga: FC Pipinsried – FC Memmingen 3:3

FC Memmingen: Unentschieden in Pipinsried
  • FC Memmingen: Unentschieden in Pipinsried
  • Foto: Ralf Lienert
  • hochgeladen von Holger Mock

Im Regionalliga-Auswärtsspiel des FC Memmingen beim FC Pipinsried war ordentlich Zunder drin. Zwar verfolgten nur 410 Zuschauer das 3:3 (1:2) Unentschieden, auf und rund um den engen Platz ging es jedoch hoch her. „Ich kenne jetzt jedes bayerische Schimpfwort“, kritisierte FCM-Trainer Stephan Baierl die untragbaren Zustände rund um die Memminger Bank. Angetrunkene Pipinsrieder Fans standen direkt dahinter. Den Dauerbeleidigungen im Zigarettendampf zu entgehen war nicht möglich, denn die Spielfeld-Außenlinie befand sich auch nur einen guten Meter vor der Bank entfernt. Ordner griffen nicht ein.

Die räumliche Enge wurde auch FCP-Spielmacher Christoph Burkhard kurz nach der Pause zum Verhängnis. Er wurde von Marco Schad an der Außenlinie gegräscht, rutschte in die unmittelbar folgende Metallbande und zog sich eine lange Risswunde am Unterschenkel zu. „Gelb ja, Rot nein“, kommentierte Schad selbst sein Foulspiel. Was der einheimische Anhang freilich völlig anders sah. Spätestens von hier an herrschte eine giftige Atmosphäre. Die Gastgeber drehten in dieser aufgeheizten Stimmung die Partie.

Doch der Reihe nach: Marian Knecht hatte nach 14 Minuten Torhüter Martin Gruber beim 1:0 auf dem falschen Fuß erwischt. Pipinsried hatte zwar noch eine Möglichkeit auf 2:0 zu erhöhen, aber danach spielte eigentlich erst einmal nur noch Memmingen Per Doppelschlag binnen zwei Minuten kam auch ergebnismäßig die Wende. 32. Minute: Patrik Dzalto zog aus 18 Metern halbhoch ab - der Ausgleich und der fünfte Saisontreffer des Stürmers samt Beweis, dass Dzalto nicht nur Joker kann. 34. Minute: Jannik Rochelt verwandelte eine Ecke direkt zum 1:2. „Wir haben es versäumt, schon in der ersten Halbzeit den dritten Treffer zu erzielen und alles klar zu machen“, monierte Baierl, dass seine Mannschaft in der aufkommenden Hektik der zweiten Halbzeit vorübergehend den Faden verlor und kopflos agierte, „das liegt vielleicht an unserer jugendlichen Unerfahrenheit“. Jetzt stellte Pipinsried per Doppelschlag auf 3:2. 54. Minute: Der für Burkhard gekommene Thomas Berger setzte sich auf der linken Seite durch, seinen Querpass jagte Kasim Rabihic in die Maschen. 56. Minute: Gruber kehrte nach einem missglückten Rettungsversuch nicht rechtzeitig ins Tor zurück. Pipinsried schaltete schnell und Marian Knecht traf mit voller Wucht aus kurzer Distanz. Der erfahrene Schiedsrichter Thomas Stein (Homburg/Unterfranken) konnte auch mit Verwarnungen der Hitzköpfe Dennis Hoffmann (FCM) und Maximilian Zischler (FCP) keine Ruhe in die Partie bringen. Im Gegenteil: Die Emotionen schaukelten sich weiter hoch, als der Ex-Memminger Amar Cekic nach einem Foulspiel an ihm seinen Kontrahenten Fabian Lutz mit voller Wucht umstieß. Der fällige Platzverweis blieb aus. Memmingen meldet sich noch einmal zurück. Rochelt zog vom linken Strafraumeck ab – der 3:3 Ausgleich (70.). Es war sein Saisontreffer Nummer sechs

Beim offenen Schlagabtausch suchten beide Mannschaften die Entscheidung. „Wir haben zu oft die falschen Entscheidungen getroffen“, trauerte Baierl dem verpassten Siegtreffer nach. Auch der Unparteiische traf in der Nachspielzeit noch eine falsche Entscheidung. Der ballführende Lutz wurde kurz vor der Strafraumgrenze gefoult, blieb verletzt liegen, aber Stein ließ weiterlaufen. Damit kochten noch einmal die Emotionen über. FCM-Co-Trainer Kevin Siegfanz wurde von der Bank verwiesen, weil er sich darüber zu heftig beim Assistenten beschwerte. Das dürfte noch ein sportgerichtliches Nachspiel haben.

Ins Bild des hitzigen Nachmittags bei spätsommerlichen Temperaturen passte auch Pipinsrieds Promi-Trainer Manfred Bender, der Baierl weder vor noch nach der Begegnung die Hand gab. Eine Pressekonferenz oder ein Statement von Bender zum Spiel gab es auch nicht. Der sportliche Leiter Roman Plesche sprang ein: "Für die Zuschauer war es ein rassiges Spiel. Wir wollten unbedingt gewinnen, aber Memmingen war bisher die beste Mannschaft bei uns, daher sind wir mit dem Punkt zufrieden."

Für den FC Memmingen geht es am Freitag (19.30 Uhr) mit dem Lokalduell gegen den FV Illertissen weiter. Kapitän Dennis Hoffmann wird wegen seiner fünften Gelben Karte hier fehlen.

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