FC Memmingen
Neuzugang Dominik Stroh-Engel: "Das wird eine gute Zeit"

Beim Fußball-Regionalligisten FC Memmingen gab es mit der Verpflichtung von Stroh-Engel vor Weihnachten eine vorzeitige Bescherung.
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  • Foto: Siegfried Rebhan
  • hochgeladen von Svenja Moller

Wegen seines Namens taucht Dominik Stroh-Engel alljährlich in der -"Weihnachtself" von SKY-Sport auf – so wie übrigens auch die Ex-Memminger Michael Heilig (SSV Ulm 1846) und Noel Niemann (Arminia Bielefeld/TSV Hartberg) oder andere weihnachtlich klingende Spieler wie Patrick Weihrauch, Gabriel Jesus, Angel di Maria oder Christmas Sompen. Beim Fußball-Regionalligisten FC Memmingen gab es mit der Verpflichtung von Stroh-Engel vor Weihnachten eine vorzeitige Bescherung, die bundesweit für Schlagzeilen sorgte. Mit über 300 Profieinsätzen bis zur ersten Bundesliga bringt der 36-jährige Stürmer viel Erfahrung mit. Jetzt geht es vom FC Kufstein ins Allgäu.

Wie kam der Wechsel zustande?

Stroh-Engel: Beim FC Kufstein wurde der Vertrag aufgelöst. Der FC Memmingen hat einen Tipp bekommen, dass ich auf dem Markt bin und dann hat Kai-Uwe Marten angeklopft, ob ich mir das hier vorstellen kann. Nach sehr guten und langen Gesprächen, was der Plan ist vom FC Memmingen und was in den nächsten Jahren hier passieren soll, hat sich das wirklich gut angehört. Ich sehr, sehr dankbar und demütig, dass es geklappt hat und wir uns ganz entspannt und ehrlich einig geworden sind.

Der Vertrag in Kufstein wäre eigentlich noch bis 2023 gelaufen …

Stroh-Engel: In Kufstein ist der Investor ausgestiegen und der Verein hat mir mitgeteilt, dass man mich sehr, sehr gerne halten würde, aber dass es nicht mehr finanzierbar ist.

Reden wir übers Alter. Sie haben kürzlich den 36. Geburtstag gefeiert. In diesem Alter sind nicht mehr viele Fußballer in höhere Ligen zu finden.

Stroh-Engel: Es gibt auch genügend Gegenbeispiele, die auch noch höherklassig spielen. Ich hatte das große Glück, dass ich in meiner Karriere nie ernsthaft verletzt war und immer auf mich geachtet habe. Der Sport macht mir soviel Spaß, dass ich einfach noch nicht aufhören kann und auch nicht aufhören will. Solange ich noch weiß, ich bin besser als mein Mitspieler, egal in welcher Liga, spiele ich Fußball. Da muss erst noch einer kommen und sagen: Jetzt reicht’s, beende Deine Karriere. Das habe ich noch nicht erfahren und deshalb spiele ich immer weiter.

Sie sind in Hessen geboren, wohnen heute in Unterhaching und haben einige Stationen in der langen Laufbahn absolviert. War die schönste, weil erfolgreichste Zeit in Darmstadt mit dem Aufstieg bis in die Bundesliga?

Stroh-Engel: Wenn ich drüber nachdenke, waren eigentlich alle Stationen gut und positiv. Ich kann nicht sagen, auch wenn es mal nicht so gut lief, wenn ich mal auf der Bank saß, dass ich hätte was anders machen sollen. Klar, die erfolgreichste Zeit war in Darmstadt. Da hat wirklich alles gepasst. Umfeld, Präsidium, Mannschaft, Trainerteam und Fans. Da gehört so viel dazu. Babelsberg war auch sehr schön, da habe ich nämlich meine Freundin kennengelernt.

Gab es vor der Verpflichtung Berührungspunkte mit dem FC Memmingen?

Stroh-Engel: Ich bin ja fußballbegeistert und von der ersten bis zur fünften Liga verschaffe ich mir schon einen Überblick. Gewusst habe ich, dass es solider Verein ist, lange Regionalliga spielt, junge Spieler rausbringt, eine gute Jugendarbeit hat - bis es dann in den Gesprächen noch tiefgründigere Informationen gegeben hat. Mit dem Projekt, was in den nächsten Jahren ansteht, freue ich mich persönlich auf die Aufgabe. Ich kann den jungen Spielern weiterhelfen, wenn sie Fragen haben. Ich kann mit meiner Erfahrung viel helfen und ich glaube, wenn ich auf dem Platz stehe, ist der Gegner vielleicht ein bisschen eingeschüchterter. Man hat – mit Verlaub – ein bisschen mehr Respekt vor dem FC Memmingen.

Sie spielen auf ihre Körpergröße von 1,97 Meter an 

Stroh-Engel: Nein, nur noch 1,95 (lacht), man schrumpft im Alter, oder?

Woher kommt der Spitzname "Dodo"?

Stroh-Engel: Ich habe drei kleinere Schwestern. Eine konnte meinen Namen als kleines Kind nicht richtig sagen und hat dann einfach irgendwann nur noch Dodo statt Dominik gesagt. Seit ich acht oder neun bin, heiße ich Dodo.

Und nicht "Strohnaldo", wie auch schon zu lesen war?

Stroh-Engel: In Haching vielleicht noch, aber in Darmstadt nicht (lacht). Zuhause werde ich zum Glück nicht so genannt.

Mit Martin Dausch und Timo Gebhart gibt es noch zwei Ex-Profis, die nach ihren Karrieren nach Memmingen zurückgekehrt sind. Gab es mit den beiden schon Kontakte?

Stroh-Engel: Gegen Dauschi habe ich ein paar Mal gespielt, gegen Timo als er bei 1860 München war. Man kennt sich in der Fußballwelt.

Ihre künftigen Mitspieler haben Sie in den vergangenen Wochen per Video verfolgen und jetzt vor der Winterpause noch persönlich kennenlernen können. Wie ist der Eindruck?

Stroh-Engel: Die letzten Wochen waren sehr gut. Bei Bayern II ein Punkt geholt, die letzten zwei Spiele gewonnen. Der Trend zeigt nach oben. Die Mannschaft, die ich gerade kennengelernt habe, ist jung, wild und will. Das wird eine gute Zeit.

Sie haben beim FCM für zweieinhalb Jahre unterschrieben, was sich optimistisch anhört. Dann werden Sie immerhin 38 Jahre alt sein.

Stroh-Engel: Ich kenne meinen Körper und weiß, was ich noch zu leisten imstande bin. Das ist das, was ich mir vorgenommen habe, was ich mir zutraue und sage, dass schaffe ich auch in meiner derzeitigen Verfassung. Natürlich muss ich gesund bleiben.

Beim FC Memmingen entwickelt sich etwas, der vereinseigene Bau eines Multifunktionsgebäudes, die Entwicklung eines Junioren-Campus. Sind Sie hier auch Teil des Plans?

Stroh-Engel: Wir haben darüber gesprochen, dass ich auch an diesem ganzen Projekt teilhaben darf und dann vielleicht in der Jugend oder wo auch immer weitermachen kann, um den Verein weiterzubringen, auch mit meinem Namen und meiner Erfahrung weiterzuhelfen.

Ihre Freundin Evè Freundin spielt mit?

Stroh-Engel: Sie freut sich, ist begeistert und macht alles mit. Aber sie ist auch selbstständig und unabhängig, hat einen Job in München.

Ist Ihnen das Allgäu schon bekannt?

Stroh-Engel: Ein Teil meiner Kindheit habe ich in Kirchheim unter Teck verbracht und wir sind viel herumgefahren. Ich glaube, wir waren auch mal im Allgäu. Und auch von Hessen aus mal zum Urlaub auf dem Bauernhof, da war ich aber noch ganz klein. Auf jeden Fall ist es eine Supergegend und bestimmt genauso schön wie Kufstein.

Zurück zum Sportlichen: Ein Stürmer wird an Toren gemessen. Die klassische Reporterfrage: Wie viele Treffer haben Sie sich für den Rest der Saison vorgenommen? Im Kufstein waren es ja immerhin 15 Tore in 18 Spielen.

Stroh-Engel: Vornehmen tue ich mir nie was. Mir ist viel wichtiger, dass wir das Spiel gewinnen und da ist es egal, ob der Torwart ein Tor schießt oder ich zwei oder wie auch immer. Das war bei mir schon immer so. Es ist viel schöner, wenn man zusammen in der Kabine sitzt und feiert, als wenn ich drei Tore schieße und wir haben 3 zu 4 verloren. Das bringt nämlich gar nichts. Ich hoffe natürlich, dass ich einige schieße. Zweistellig wird schwierig. Wenn es sieben bis neun oder zehn werden und das Ziel Klassenerhalt erreicht ist, wäre es doch in Ordnung, oder?

Wenn Sie jetzt noch Weihnachtswünsche frei hätten…

Stroh-Engel: Gesundheit für mich persönlich, Erfolg mit der Mannschaft, eine gute Vorbereitung und dass wir schnell zusammenfinden bevor es Ende Februar wieder losgeht.

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