Handball-Bayernliga
Mental überforderter TSV Ottobeuren verliert zuhause gegen den HC Erlangen II mit 27:33

Die Bayernliga-Handballer des TSV Ottobeuren (TSVO) haben ihr Heimspiel gegen den HC Erlangen II mit 27:33 (13:17) verloren. Zwei Spieltage vor dem Saison-Ende stehen sie mit 19:29 Punkten auf einem Abstiegsplatz. Der drohende Absturz in die Landesliga würde eine seit 1998 währende Serie von 16 höherklassigen Spielzeiten beenden.

Die Begegnung gegen den ebenfalls noch (minimal) abstiegsgefährdeten HC Erlangen II war vom Anwurf weg eine ausgeglichene Angelegenheit (7:7/15. Minute). Linksaußen Michael Höbel und der wurfgewaltige Rückraumschütze Patrick Kofler (zwei Tore) stellten später auf 10:7 (18.). Mit dieser Drei-Tore-Führung schienen die Ottobeurer eine solide Grundlage für den ersehnten Heimsieg geschaffen zu haben.

Doch weit gefehlt: Statt an Sicherheit und Konstanz zu gewinnen, häuften sich nun die Unzulänglichkeiten im Ottobeurer Spiel. Das Pausenergebnis von 13:17 wirkte hernach als echter 'Stimmungskiller'. Nach dem Wechsel bekamen die etwa 550 Zuschauer von ihrem Team jedoch eine beeindruckende Aufholjagd serviert, an deren Ende Führungsspieler Achim Wittlinger den Ball zum 18:18-Ausgleich in die Maschen setzte.

Jetzt herrschte in der gut gefüllten Sporthalle eine tolle Atmosphäre, die Zuversicht kehrte zurück. Doch die Ottobeurer 'Abstiegskämpfer' scheiterten einmal mehr an sich selbst. Was die Schützlinge des Trainer-Duos Thomas Lang und Sylvester Greiter in der Folgezeit ablieferten, könnte als wissenschaftliches Lehrbeispiel für auftretende Versagensängste in einer massiven sportlichen Drucksituation dienen. Als 'Wettkampfangst' beschreiben Sportpsychologen diese Form der mentalen Blockade.

Symptomatisch verzweifelten die unruhigen und hektischen Ottobeurer an einer Vielzahl eigener technischer Fehler, die ihnen zahlreiche Tempogegenstoß-Gegentore einbrachten (Zwischenstände 22:25/25:30). Letzten Endes verloren die an diesem Abend defensivschwachen Gastgeber verdient mit 27:33. 'Wir haben heute zu viele kleine Fehler gemacht. In puncto Einstellung und Kampfgeist will ich der Mannschaft aber keinerlei Vorwürfe machen', sagte Trainer Lang nach der schmerzlichen Pleite.

Trotzig fügte der 45-Jährige an: 'Wir kämpfen weiter, solange der Klassenerhalt rechnerisch noch möglich ist.' Zunächst haben die Ottobeurer jetzt eine dreiwöchige Spielpause rund um Ostern, ehe sie am Samstag, 26. April beim direkten Konkurrenten HSC 2000 Coburg II antreten müssen. Der Druck des 'Gewinnenmüssens' wird dann freilich maximal sein.

So haben sie gespielt

TSV Ottobeuren (TSVO) – HC Erlangen II 27:33 (13:17)

TSVO Zoltan Varga, Tibor Somogyi, Stefan Albrecht (Torhüter); Patrick Kofler (9 Tore), Matthias Hubald (3 Tore), Attila Susan (1), Achim Wittlinger (2), Andras John (2), Benedikt Bartenschlager (1), Michael Höbel (4), Christian Schaupp, Markus Müller, Elmar Romanesen (2), Christian Stumpf (1).

Schiedsrichter Klaus Kauschke / Klaus-Dieter Sahrmann (HV Herzogenaurach/ATS Kulmbach).
Zuschauer Rund 550.

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