Regionalliga
FC Memmingen verliert bei der SpVgg Unterhaching mit 2:1

Kampflos hat der FC Memmingen nicht das Feld geräumt, hielt voll dagegen, aber musste sich im Regionalliga-Topspiel bei der SpVgg Unterhaching am Ende mit 1:2 (1:0) geschlagen geben.

Der entscheidende Treffer, der den Münchner Vorstädtern vorzeitig den Meistertitel bescherte, fiel erst in der Nachspielzeit. Zwar durchaus verdient, aber aus Memminger Sicht vom Zeitpunkt her natürlich höchst unglücklich.

Zuvor wurde mit Mann und Maus alles versucht, ein Unentschieden zu halten. Furkan Kircicek hatte das erste Ausrufezeichen an einem kalten Nachmittag gesetzt. Schon nach sechs Minuten erzielte er aus 15 Metern nach Vorarbeit von Muriz Salemovic die FCM-Führung.

Eddy Weiler hätte sogar wenig später per Kopf nachlegen können (11.) Obwohl stark ersatzgeschwächt, hatte Trainer Stefan Anderl die Parole ausgegeben, alles zu versuchen gegen den zuhause noch ungeschlagenen Tabellenführer für eine Überraschung zu sorgen.

Eine halbe Stunde brauchte es, bis Haching ins Spiel kam, dann aber gewaltig. Martin Gruber, als einziger der vielen angeschlagenen Memminger in dieser Partie zurückgekehrt, hielt bis zur 51 Minute seinen Kasten sauber, zeigte einige tolle Reflexe.

Es war Stephan Hain, der per Foulelfmeter den Ausgleich machte. Sebastian Schmeiser hatte genau an der Strafraumgrenze ein Foulspiel begangen. Für Schiedsrichter Florian Kornblum war es innerhalb und er zeigte auf den Punkt. Für den Ex-Augsburger Hain war das 1:1 der 29. Saisontreffer.

Für sein Memminger Stürmerpendant Stefan Schimmer (22 Tore) war nach einer Stunde Schluss. Anderl wollte mit den Kräften haushalten und eigentlich noch mehr Stammspieler schonen, was angesichts der personellen Unterbesetzung nicht möglich war.

Torschütze Kircicek, mit Magen-Darm-Problemen ins Spiel gegangen, musste schließlich kurz nach der Halbzeit aufgeben. Nicolai Brugger (20), gelernter Verteidiger, gab im Mittelfeld sein Regionalliga-Debüt.

Die Hachinger spielten voll auf Sieg, zeigten laut ihrem Coach Claus Schromm ihre beste Leistung nach der Winterpause. Memminger Entlastungsangriffe kamen kaum noch zu Stande. Auf der Gegenseite traf Alexander Piller den Pfosten (72.), Hain wurde bei einem Treffer wegen Abseits zurückgepfiffen (80.). Was sich abzeichnete, sollte spät auch noch passieren.

1.500 Zuschauer peitschten in der Schlussphase im Alpenbauer-Sportpark ihre Mannschaft nach vorne, als sie von unerwarteter Schützenhilfe erfahren hatten. Es war klar, dass der Zweitplatzierte TSV 1860 München völlig überraschend gegen Schlusslicht Bayern Hof verlieren würde (0:2) und somit der Titel mit einem Sieg schon eingefahren werden könnte.

Der Funke von außen sprang auf den Platz über und zündete in Form des eingewechselten Vitalj Lux mit dem 2:1 (90. + 4). Vor dem langen Pass auf den kirgisischen Nationalstürmer hätte Schiri Kornblum allerdings auch auf Foulspiel gegen die Gastgeber entscheiden können.

Anderl blieb hinterher nur die Rolle des Gratulanten zur Meisterschaft: Zum Schluss hinaus hat Haching ein Feuerwerk abgebrannt und dann verdient gewonnen, auch wenn es in der Nachspielzeit bitter für uns war." Seine ganze Konzentration gilt nun dem bayerischen Pokal-Halbfinale am Dienstag (19 Uhr) gegen den FC Schweinfurt 05.

Ein Erfolgserlebnis in Form eines Punktes in Unterhaching wäre dafür gut für das Selbstvertrauen gewesen. Der große Aufwand gegen ein Spitzenteam dagegenzuhalten wurde aus Trainersicht einmal mehr (wie schon gegen 1860 II oder Bayern II) nicht belohnt. Auch Schweinfurt ist voll auf den Pokal fokussiert.

Beim Punktspiel in Nürnberg wurde nur eine B-Elf aufgeboten – und mit 0:5 verloren. Noch ist offen, wer aus dem Memminger Lazarett in dieser wichtigen Partie zurückkehren kann. In Unterhaching saß Kapitän Dennis Hoffmann erstmals nach seiner Verletzung zumindest zur moralischen Unterstützung auf der Bank.

SpVgg Unterhaching: Marinovic - Dombrowka, Taffertshofer, Nicu, Greger - Kiomourtzoglou (82. Lux) - Piller (82. Reisner), Einsiedler (64. J.P. Müller) - Hain, Stahl, Bigalke.

FC Memmingen: Gruber - Buchmann, Weiler, Schmeiser, Lutz - Nikolic, Schad (77. Hayse) - Krogler, Kircicek (50. Boyer) - Salemovic, Schimmer (61. Brugger).

Tore: 0:1 (6.) Kircicek, 1:1 (51.) Hain (Foulelfmeter), 2:1 (94.) Lux.

Schiedsrichter: Kornblum (Chieming).

Zuschauer: 1.500.

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