Betrugsmasche
Nach "Schockanruf": Rentner-Ehepaar übergibt in Memmingen mehrere tausend Euro an Betrüger

Symbolbild.

Ein Rentnerehepaar aus Memmingen hat am Dienstag mehrere tausend Euro an Betrüger übergeben. Diese hatten zuvor die Betrugsmasche der "Schockanrufe" genutzt, um das Ehepaar zu täuschen.

Nach Angaben der Polizei erhielt die Ehefrau einen Anruf eines vermeintlichen Bekannten. Er spielte der Rentnerin vor, in einen Verkehrsunfall verwickelt zu sein und nun Geld brauche, um nicht ins Gefängnis gehen zu müssen. Um das Vertrauen der Frau zu gewinnen, meldete sich kurz darauf eine falsche Bankmitarbeiterin. Sie bestätigte der Geschädigten, dass ihr "geliehenes" Geld am nächsten Tag wieder auf ihrem Konto sein würde. Aufgrund der vermeintlichen Notlage des Bekannten übergab das Ehepaar schließlich das Bargeld einem Abholer an ihrer Haustüre.

Zeugen gesucht

Die Polizei bittet in diesem Fall dringend um Hinweise aus der Bevölkerung: Wem ist am fraglichen Tag zwischen 10:30 Uhr und 11:30 Uhr eine verdächtige Person im Bereich der Eduard-Flach-Straße bzw. Machnigstraße in Memmingen aufgefallen, die offensichtlich ständig telefonierte und das Geld abholen sollte?

Beschreibung des Verdächtigen

  • Männlich, offenbar Deutscher
  • Etwa 40 Jahre alt
  • Etwa 165 bis 170 Zentimeter groß, schlank
  • Sprach Hochdeutsch
  • Dunkle kurze wellige Haare
  • Trug einen dunkelgrauen Wollmantel
  • Machte einen gepflegten Eindruck

Hinweise nimmt die Polizei Memmingen unter der Telefonnummer 08331/1000 entgegen.

Wie die Betrüger vorgehen:

Betrüger setzen laut Polizei bei solchen "Schockanrufen" darauf, die Opfer zu unüberlegten Handlungen zu bewegen. Dabei täuschen sie den Geschädigten vor, dass sich ein Verwandter oder naher Bekannter in einer Notlage oder in Gefahr befände, die nur durch die finanzielle Hilfe der Angerufenen abgewendet werden kann.

Wie die Polizei mitteilt, war die Betrugsmasche in den Jahren 2014 und 2015 recht verbreitet, zuletzt gab es aber weniger Anzeigen wegen "Schockanrufen". Im Zuständigskeitsbereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West wurde im Jahr 2018 gerade einmal ein solcher Fall gemeldet, 2019 dann bereits 34. Im laufenden Jahr stehe offenbar die Stadt Memmingen im Fokus, so die Polizei in einer Mitteilung. Im Stadtgebiet sind bereits fünf Anzeigen dazu eingegangen.

Das rät die Polizei:

  • Seien Sie bei Anrufen von vermeintlichen Bekannten misstrauisch, wenn Geldforderungen gestellt werden. Legen Sie auf und rufen Sie selbst unter der Ihnen bekannten Nummer zurück.
  • Geben Sie generell am Telefon keine Auskunft über persönliche oder finanzielle Verhältnisse. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen.
  • Sprechen Sie mit Angehörigen, Verwandten und Bekannten über diese Betrugsmasche.
  • Falls Sie einen verdächtigen Anruf erhalten, informieren Sie unter der Notrufnummer 110 unverzüglich die Polizei.

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