Schockanruf von "Tochter"
Leerer Handy-Akku bewahrt Seniorin (79) in Memmingen vor Betrugsmasche

Ein leerer Handy-Akku hat Betrügern in Memmingen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Weil ihr 79-jähriges Opfer eine Lademöglichkeit in ihrer Bank suchte, wurde ein Bankangestellter auf die Situation aufmerksam und rief die Polizei. (Symbolbild)
  • Ein leerer Handy-Akku hat Betrügern in Memmingen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Weil ihr 79-jähriges Opfer eine Lademöglichkeit in ihrer Bank suchte, wurde ein Bankangestellter auf die Situation aufmerksam und rief die Polizei. (Symbolbild)
  • Foto: picture alliance / dpa Themendienst | Christin Klose
  • hochgeladen von Corinna Sedlmeier

Ein leerer Handy-Akku bewahrte eine 79-Jährige aus Memmingen vor einem Telefonbetrug. Laut Pressemitteilung der Polizei erhielt die Dame einen Anruf von ihrer vermeintlichen Tochter, die angeblich einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht hatte. Um einer Gefängnisstrafe zu entgehen, sollte eine Kaution bezahlt werden. 

Bankmitarbeiter alarmiert Polizei

Da die Geschichte für die Seniorin plausibel klang, hob sie bei zwei Banken insgesamt 50.000 Euro ab, um ihre vermeintliche Tochter vor der angedrohten Haft zu bewahren. Nur wegen eines glücklichen Umstandes kam die Geldübergabe nicht zu Stande. Der Akku des Mobiltelefons der Geschädigten, über welches die Täter Kontakt zu ihr hielten, war leer. Als sie in der Bank nach einer Auflademöglichkeit für ihr Mobiltelefon suchte, wurde ein Bankmitarbeiter auf die Situation aufmerksam. Im Gespräch stellte sich schnell heraus, dass die Frau auf Betrüger hereingefallen war. Der Bankmitarbeiter verständigte die Polizei. Eine Geldübergabe wurde glücklicherweise verhindert. 

Zeugenaufruf

Die weiteren Ermittlungen hat die Kriminalpolizei Memmingen übernommen. Diese sucht in diesem Zusammenhang Zeugen, die in den Bereichen des St. Josefs-Kirchplatz und der Maximilianstraße in Memmingen zwischen 14:00 Uhr und 16:00 Uhr verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet haben. Hinweise werden unter der Rufnummer 08331/100-0 entgegengenommen.

Wie gehen die Täter bei Schockanrufen vor?

Diese sogenannten "Schockanrufe" setzen darauf, die Opfer zu unüberlegten Handlungen aufgrund des erzeugten Schockmoments zu bewegen. Durch geschickte Gesprächsführung der Täter werden die Opfer psychisch unter Druck gesetzt und so zu unreflektierten Geldzahlungen gedrängt. Den Geschädigten wird vorgetäuscht, dass sich Verwandter oder naher Bekannter in einer Notlage oder Gefahr befände, die nur durch finanzielle Hilfe der Opfer abgewendet werden kann.

340 Anrufe, fast 275.000 Euro Schaden

Im Bereich der Callcenterbetrüge sind die "Schockanrufe" die am schnellsten steigende Masche. Im Jahr 2021 registrierte die Polizei bis Ende August im Zuständigkeitsbereich des Präsidiums Schwaben Süd/West fast 340 gemeldete Anrufe, dabei entstand ein Schaden von mehr als 275.000 Euro. 12 Anrufe verliefen aus Betrügersicht erfolgreich.

Im Landkreis Unterallgäu mit der Stadt Memmingen wurden 2021 insgesamt 46 Fälle zur Anzeige gebracht. In einem Fall erbeuteten die Anrufbetrüger mit einem Schockanruf rund 20.000 Euro.

Die Tipps der Polizei

  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich Anrufer am Telefon nicht selber mit Namen melden. Raten Sie nicht, wer der betroffene Angehörige ist, sondern fordern Sie Anrufer grundsätzlich dazu auf, ihren Namen selbst zu nennen.
  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen. Erfragen Sie beim Anrufer Dinge, die nur der richtige Verwandte/Bekannte wissen kann.
  • Geben Sie keine Details zu Ihren familiären und finanziellen Verhältnissen preis.
  • Lassen Sie sich nicht drängen und unter Druck setzen.
  • Wenn ein Anrufer Geld oder andere Wertsachen von Ihnen fordert: Besprechen Sie dies mit Familienangehörigen oder anderen Ihnen nahe stehende Personen.
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen wie Schmuck an unbekannte Personen.
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