Bankmitarbeiterin verhindert Schlimmeres
Kreuzworträtsel mit Folgen: Anrufer betrügen Frau (83) aus Memmingen mit Gewinnspiel

Ein Kreuzworträtsel hatte für eine Rentnerin aus Memmingen fatale Folgen. (Symbolbild)
  • Ein Kreuzworträtsel hatte für eine Rentnerin aus Memmingen fatale Folgen. (Symbolbild)
  • Foto: jhenning auf Pixabay
  • hochgeladen von Josef Brutscher

In Memmingen haben Anrufbetrüger eine 83-jährige Rentnerin mit einem gefälschten Gewinnspiel eines Kreuzworträtsels um Geld erleichtert. Eine geistesgegenwärtige Bankmitarbeiterin konnte gerade noch weitere Zahlungen an die Betrüger verhindern.

140.000 Euro Gewinn 

Bereits Ende Oktober hatte die 83-Jährige das Lösungswort eines Kreuzworträtsel-Gewinnspiels, sowie ihre Adressdaten telefonisch an die angegebene Hotline durchgegeben. Daraufhin bekam die Rentnerin mehrere Anrufe, in denen ihr neben einem Zeitungsabonnements auch ein Gewinn von 140.000 Euro versprochen wurde. Um den Gewinn zu erhalten sollte die Frau fast 4.000 Euro auf ein ausländisches Konto in Uganda überweisen. Zudem sollte sie Gutscheinkarten im Wert von 200 Euro kaufen und die damit erhaltenen Codes per Telefon weitergeben. 

Bankmitarbeiterin reagiert sofort

Die Rentnerin glaubte den Anrufern. Sie hatte schon 2.000 Euro überwiesen, als sich ein angeblicher Notar bei ihr meldete. Er drängte die gutgläubige Frau laut Polizeibericht dazu, den restlichen Betrag unverzüglich zu zahlen. Ansonsten würde ihr Anspruch auf den Gewinn laut dem "Notar" verfallen. Noch am gleichen Tag ging die Seniorin deshalb zur Bank um das fehlende Geld zu überweisen. Sie vertraute sich dabei einer Bankmitarbeiterin an. Diese reagierte auf die Geschichte der Rentnerin mit Geistesgegenwart. Sie veranlasste die Verständigung von Angehörigen und der Polizei.

Die Polizei informiert

Das Versprechen angeblich hoher Gewinne ist eine Masche, die Betrüger in den unterschiedlichsten Varianten anwenden. Sie melden sich zumeist per Telefon – manchmal auch per E-Mail – bei ihren Opfern und behaupten, diese hätten bei einem Gewinnspiel eine hohe Summe, einen hochwertigen Pkw oder anderen Sachwert gewonnen. Allerdings könne der Gewinn nur nach Zahlung einer „Bearbeitungsgebühr“ übergeben werden.

Die Täter geben klare Zahlungsanweisungen: Sie schicken ihre Opfer beispielsweise zur Post, um die angeblichen Kosten – häufig eine Summe von mehreren hundert bis über tausend Euro – zu überweisen, zum Beispiel per Bargeldtransfer, wie im geschilderten Fall. Empfänger sind überwiegend Personen im Ausland.

Auch werden Opfer dazu aufgefordert, Prepaid-Karten für Online-Käufe zu erwerben. Diese Karten gibt es als Gutscheine an vielen Tankstellen sowie in Einzelhandelsgeschäften. Mit den Guthabenkarten erhält der Käufer eine individuelle Nummer (PIN). Diese Nummer ist quasi Bargeld, denn wer sie hat, kann damit im Internet einkaufen. Deshalb erfragen die Betrüger unter einem Vorwand die Gutschein-Nummer bei ihren Opfern, um damit im Internet auf Einkaufstour gehen zu können.

Die Polizei rät

  • Machen Sie sich bewusst: Wenn Sie nicht an einer Lotterie teilgenommen haben, können Sie auch nichts gewonnen haben!
  • Geben Sie niemals Geld aus, um einen vermeintlichen Gewinn zu erhalten, zahlen Sie keine Gebühren.
  • Geben Sie niemals persönliche Informationen weiter: keine Telefonnummern und Adressen, Kontodaten, Bankleitzahlen, Kreditkartennummern oder Ähnliches.
  • Erkundigen Sie sich im Zweifel bei ihrer Polizei.

Über 150 Fälle der Betrugsmasche im Allgäu 2021

Das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West registrierte im Jahr 2021 über 150 Fälle mit dieser Betrugsmasche. In 94 aus Tätersicht erfolgreichen Taten erbeuteten sie insgesamt fast 70.000 Euro.

Unter Verwendung von vielfältigen perfiden Betrugsmaschen gelang es Anrufbetrügern im Jahr 2021 mehr als 340.000 Euro zu erbeuten.

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