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Ablenkung im Straßenverkehr: Polizei kontrolliert im Allgäu jetzt häufiger

Die Polizei informiert aus aktuellem Anlass über die Gefahren, die eine unaufmerksame Fahrweise mit sich bringt und will Verkehrsteilnehmer für dieses Thema sensibilisieren. In nächster Zeit sollen zudem mehr Kontrollen stattfinden.

Smartphones am Steuer sind ein Risiko

Eine offizielle Statistik gibt es nicht, jedoch gehen verschiedene Studien davon aus, dass abgelenkte und unaufmerksame Autofahrer für zehn bis 30 Prozent aller Verkehrsunfälle verantwortlich sein könnten.

Die Teilnahme am immer komplexer werdenden Straßenverkehr erfordert von jedem, egal ob Fahrzeugführer oder Fußgänger, volle Konzentration und Aufmerksamkeit. Selbst kurze Ablenkung und vermeintlich kleine Fehler können zu schwerwiegenden Unfällen führen. Insbesondere auf schwache Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger oder Radfahrer muss besonders geachtet werden.

Vor allem durch die Nutzung von Handys und Smartphones steigen die Risiken im Straßenverkehr erheblich an. Die folgenden Beispiele verdeutlichen dies.

5.467 Verstöße gegen das Handyverbot am Steuer im Jahr 2016

Wer am Steuer seines Fahrzeugs verbotenerweise ein Smartphone benutzt, riskiert nicht nur eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit, in einen Verkehrsunfall verwickelt zu werden. Für die Nutzung von Handys am Steuer sind ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro sowie ein Punkt im Fahreignungsregister fällig.

Wer am Steuer mit seinem Smartphone beschäftigt ist und dadurch in einen Unfall verwickelt wird, dem verweigert unter Umständen sogar die Kaskoversicherung die Übernahme von Schäden. Telefonierende Radfahrer müssen mit einem Bußgeld von 25 Euro rechnen.

Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West haben im Jahr 2016 5.467 Verkehrsteilnehmer gegen das Handyverbot verstoßen. Im ersten Quartal des Jahres 2017 gab es laut Polizei bereits 1.568 dieser Verstöße.

Gefährliche Situationen werden zu spät oder gar nicht erkannt

Was viele Verkehrsteilnehmer zudem unterschätzen: Die Distanz, die bei einer auch noch so kurzen Ablenkung mit dem Auto zurückgelegt wird.

Wer bei Tempo 50 für nur zwei Sekunden den Blick von der Straße abwendet und auf das Display seines Smartphones schaut oder anderweitig abgelenkt ist, der fährt ca. 30 Meter 'blind'.

Bei Tempo 100 für nur fünf Sekunden eine Nachricht zu lesen bedeutet also, für rund 140 Meter abgelenkt zu sein. Das führt dazu, dass Verkehrsteilnehmer gefährliche Situationen gar nicht oder zu spät erkennen.

Oft führt eine unaufmerksame Fahrweise außerdem zu einer Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit. Das kann fatale Folgen haben. Der Bremsweg beträgt bei Tempo 50 knapp 26 Meter. Das ist im Vergleich zum Bremsweg bei Tempo 30 fast doppelt so lang.

In der Praxis heißt das: Während ein Autofahrer bei Tempo 30 vor einer Gefahrenstelle bereits steht, erfasst ein Anderer mit Tempo 50 das Hindernis ungebremst.

Zukünftig mehr Kontrollen

Die Polizei warnt allerdings nicht nur vor der Nutzung von Handys und Smartphones am Steuer. Auch die Bedienung von Navigationsgeräten, überlaute Musik, Essen, Trinken und Rauchen am Steuer, Ablenkung durch Mitfahrer (Zweibeiner und Vierbeiner), das Lesen von Zeitschriften, der Blick ins Notebook, schlecht verstaute Ladung im Fahrzeuginneren – all das kann ebenfalls zu einer Ablenkung führen.

Die Polizeistellen im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West werden aus diesem Anlass in nächster Zeit verstärkt Kontrollen durchführen. Ziel dieser Maßnahme ist es, Verkehrsteilnehmer zu sensibilisieren und auf die häufige Ablenkung im Straßenverkehr aufmerksam zu machen.

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