Ein Interview zum Jubiläum
Zehn Jahre Memminger Kleinkunsttage – Gespräch mit Markus Pfeilschifter

Seit zehn Jahren bereichern die Memminger Kleinkunsttage das Kulturleben in der Stadt und im Unterallgäu mit Kabarett, Comedy, Theater, Konzerten und Lesungen. Kopf und Motor der Kleinkunsttage ist Markus Pfeilschifter, mit dem wir uns anlässlich des Jubiläums unterhalten haben.

Wie kommt man als Realschullehrer dazu, kulturelle Veranstaltungen zu organisieren?

Pfeilschifter: In meiner Heimatstadt Straubing war vor über 20 Jahren wenig geboten. Da hatte ich – damals noch Student – zusammen mit einem Freund die Idee, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Der sprang dann zwar gleich vor der ersten Veranstaltung ab, aber ich mache seitdem weiter. Die Kleinkunstbühne Straubing hat mittlerweile einen festen Platz im kulturellen Leben im Gäuboden.

Wie kam es zur Gründung der Kleinkunsttage Memmingen?

Pfeilschifter: Mein beruflich bedingter Umzug brachte mich ins Allgäu und nach Memmingen. Damals gab es das Kaminwerk noch nicht. Für Kleinkunst bot nur das PiK eine Bühne. Ich hatte durch die Kleinkunstbühne Straubing sehr gute Kontakte zu verschiedenen Künstlern, die gerne auch mal im Allgäu auftreten wollten. Ich nahm wegen der Räumlichkeiten Kontakt mit dem Kulturamt auf, eins ergab das andere und schließlich konnten wir vor zehn Jahren als schöne Ergänzung zum bestehenden Kulturangebot starten. Die allererste Veranstaltung in Memmingen war übrigens eine Kluftinger-Lesung – im Zeichensaal der Realschule bei freiem Eintritt.

Wie definieren Sie Kleinkunst?

Pfeilschifter: Das sind Künstler, die ganz unten anfangen – also kaum Besucher haben – und sich im Laufe der Zeit ein immer größeres Publikum erspielen, aber nie vergessen, wo sie herkommen, zum Beispiel 'Da Huawa, da Meier und I' oder Martina Schwarzmann, die im Dezember 2003 im Bahnhof Straubing als Vorband von 'Bananafishbones' 20 Minuten auftrat. Vier Monate später hatte sie die Location schon ausverkauft und mittlerweile füllt sie mühelos die Mehrzweckhalle Hawangen. 'Da Huawa, da Meier und I' spielen immer noch in kleinen Wirtshäusern und / oder füllen große Bierzelte. Beide sind nach wie vor bodenständig und wissen den Erfolg sehr zu schätzen und heben nicht ab.

Wie stellen Sie das Programm zusammen?

Pfeilschifter: 'Es soll ein bunter Mix sein, der die Kleinkunst-Fans anspricht und bestenfalls begeistert. Das können bereits bekannte Künstler mit unterschiedlichen Programmen, aber auch Neuheiten und 'echte Geheimtipps' sein. Bei der Auswahl habe ich die bayerische und deutsche Kleinkunst-Szene im Auge. Meine Devise dabei: Lieber klein und voll, als groß und leer. Grundsätzlich ist alles schwierig, was nicht bayerisch ist. Bei den aktuellen 10. Memminger Kleinkunsttagen versuche ich es mal mit der aufwändigen Musik- und Tanzshow 'Pasion de Buena Vista', die am Samstag, 21. Januar, in der Stadthalle über die Bühne geht. Anson-sten kommen ja mittlerweile die Künstler und Agenturen bei neuen Programmen oder CDs direkt auf mich zu.

Haben Sie ein Erfolgsrezept?

Pfeilschifter: Ehrliche, langfristig ausgelegte und gute Arbeit in einer familiären und unkomplizierten Atmosphäre. Aber trotz aller Leidenschaft immer hochprofessionell, das könnte es wohl sein.

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