Gemeinderat
Wolfertschwenden versuchts im zweiten Anlauf

In einem zweiten Anlauf will die Gemeinde Wolfertschwenden den Austritt aus der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Bad Grönenbach schaffen. Heute Abend entscheidet der Gemeinderat über einen entsprechenden Antrag, der dem Innenministerium bis Anfang der Woche vorliegen muss. «Dann verstreicht die Frist», sagt Rathauschef Karl Fleschhut. Er habe die Sitzung deshalb kurzfristig und für manchen vielleicht auch «überraschend» einschieben müssen. Fleschhut rechnet nicht mit einer einstimmigen Entscheidung im Gemeindegremium, aber doch mit einer Mehrheit, die für den Austritt aus der VG stimmen wird.

Vor fast genau vier Jahren hatte die Gemeinde bereits einen Vorstoß in Richtung eigene Verwaltung unternommen. Über den damaligen Antrag habe der Landtag aber nie entschieden, sagt Fleschhut. «Wir hatten ihn zu spät eingereicht und wollten in das laufende Verfahren aufgenommen werden.» Dieses Ansinnen lehnte der Ausschuss für Kommunale Fragen und Innere Sicherheit des Bayerischen Landtags aber ab, so Fleschhut.

Die Gründe für den Wunsch nach mehr Eigenständigkeit haben sich seit 2007 kaum verändert. Eine eigene Verwaltung sei schon damals überfällig gewesen, sagt Fleschhut, der das Fortkommen der Gemeinde als Nicht-VG-Mitglied «besser gewährleistet» sieht.

Der Bürgermeister möchte in Wolfertschwenden einen «Mehrwert» für seine Bürger schaffen, auch wenn dieser nicht messbar, sondern nur spekulativ sei und im Gegenzug Mehrkosten verursache. «Diese halten sich aber in einem erträglichen Rahmen.» Er will den Service verbessern und Anliegen von Bürgern schneller bearbeiten können. Das fördere die Identifikation mit der Gemeinde. Die Erreichbarkeit sei bislang eingeschränkt, denn derzeit habe das Rathaus nur zwei Stunden am Tag geöffnet, «sonst läuft ein Anrufbeantworter.»

Als weiteren Punkt für eine eigene Verwaltung nennt Fleschhut die wirtschaftliche Entwicklung der rund 1860 Einwohner zählenden Gemeinde. Das Haushaltsvolumen entspreche der Größenordnung einer Kommune, die zwei- bis dreimal größer ist. «Und diese Gemeinden haben eigene Verwaltungen», so der Bürgermeister, der sich unter anderem eine intensivere Betreuung der Gewerbebetriebe wünscht.

Zudem habe man eigene «gewerbliche Tätigkeiten» - etwa den Dorfladen sowie den Wolfertschwendener Innovations- und Dienstleistungspark (WiNN).

Keine Vorwürfe

Den Mitarbeitern der Verwaltung in Bad Grönenbach macht Fleschhut keine Vorwürfe. Es liege «in der Natur der Sache», dass manches nur telefonisch besprochen werden könne und «Ferndiagnosen» gestellt würden. Wie der Bürgermeister betont, gebe es auch keine «persönlichen Probleme» mit seinen Kollegen aus Bad Grönenbach und Woringen. Im Gegenteil: Fleschhut möchte auch nach einem möglichen VG-Austritt die Zusammenarbeit mit den zwei anderen Kommunen weiter pflegen, sagt er.

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