Natur
Woher der Wolf im Unterallgäu kam

Das Landesamt für Umwelt hat mithilfe einer Genanalyse nun die Herkunft bestimmt. Wohin das Tier ging, bleibt allerdings ungewiss. Einem Experten bereitet das Sorgen.

Rund drei Wochen ist es her, dass ein Jäger aus dem Unterallgäu zuerst ein gerissenes Reh und danach das Foto von einem Wolf auf seiner Wildkamera entdeckte. Zumindest das Rätsel, woher der Wolf kam, ist nun gelöst. Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) hat dank der Gen-Spuren, die er am Reh hinterlassen hatte, herausgefunden, aus welcher Region das Tier ins Unterallgäu gewandert war.

'Der Wolf kommt aus den Südwestalpen, also irgendwo zwischen Frankreich und Italien', sagte ein Sprecher des Landesamts gestern. Woher genau das Tier stamme, wisse man noch nicht. Es laufe aber ein Abgleich der Wolfs-DNS mit einer Datenbank, in der das Genmaterial verschiedener Wölfe im Alpenraum gesammelt ist. 'Vielleicht wissen wir in einigen Wochen etwas mehr über die genaue Herkunft des Tiers', sagt der Sprecher.

Was die Experten vom LfU jetzt schon wissen, ist, dass es sich um ein Männchen handelt. Das ist nicht ungewöhnlich. 'Jungwölfe verlassen etwa im Alter von zwei Jahren ihr Rudel. Vor allem die Männchen machen weite Wanderungen, um ein eigenes Rudel zu gründen', erklärt Kai Frobel vom Bund Naturschutz Bayern. Wahrscheinlich handle es sich genau um ein solches Tier, bestätigt der Sprecher des LfU.

'Wir haben im Jahr etwa drei bis sechs Wolfsichtungen in Bayern', sagt Frobel, der unter anderem für Artenschutz zuständig ist. Die Tiere kommen aus zwei Richtungen in den Freistaat: Sie wandern aus dem Alpenraum durch Südbayern. Und sie kommen aus dem Nordosten Deutschlands, wo inzwischen mehrere Wolfsrudel leben, und durchstreifen den Bayerischen Wald oder das Fichtelgebirge.

'Im Jahr 2006 gab es den ersten bestätigten Wolfsfund in Bayern', erzählt Frobel. Das Tier wurde damals bei Starnberg überfahren. 'Seitdem beobachten wir immer wieder einzelne Exemplare', sagt der Experte. Irgendwann, meint er, würde wohl eines bleiben. So sei es auch in den anderen Bundesländern gewesen, in denen sich die Tiere wieder angesiedelt hätten.

Und wo gehen die Tiere hin, wenn sie Bayern verlassen? 'Wir wissen es nicht', sagt Frobel. Und das bereitet ihm ein wenig Sorgen. Theoretisch biete Bayern gute Lebensbedingungen für Wölfe: 'Wir haben große Wälder und vor allem viel Wild und trotzdem verschwinden sie.' Was dahinter steckt, kann er nur vermuten. Viele Wölfe sterben bei Verkehrsunfällen, sagt er. Und er hegt den Verdacht, dass sich vielleicht der eine oder andere Jäger nicht an das Abschussverbot für die Tiere hält. 'Wir sehen das beim Luchs im Bayerischen Wald', sagt Frobel. Der sei zwar beliebter als der Wolf, dennoch haben die Naturschützer dort ein großes Problem mit Wilderern.

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