Insekten
Was Sie über Hornissen wissen sollten

Hornisse (Symbolbild)
  • Hornisse (Symbolbild)
  • Foto: Hubert Waizenegger
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Sie sieht gefährlich aus und sorgt bei vielen für Panik: die Hornisse. Dabei ist das Insekt ganz friedlich und sticht nur, wenn es direkt bedroht oder angefasst wird. Stephanie Schindler, Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Unterallgäu klärt auf: Alles was man über Hornissen wissen muss.

Bis zu 700 Hornissen in einem Volk

Hornissen sind Nützlinge. Sie erbeuten Insekten bis Wespengröße im Flug und schleppen sie als Nahrung für ihre Brut ins Nest. Ein großes Hornissenvolk mit 400 bis 700 Tieren kann laut Schindler an einem Tag bis zu ein halbes Kilo Insekten an seine Brut verfüttern. Den eigenen Nahrungsbedarf deckt die Hornisse mit Baumsäften und Nektar.

Man darf Hornissen nicht töten

Hornissen zählen in Deutschland nach der Bundesartenschutzverordnung zu den besonders geschützten Tierarten. Deshalb dürfen sie weder getötet noch dürfen ihre bewohnten Nester zerstört werden. Was können Sie aber tun, wenn sie sich direkt neben Ihrer Terrasse oder auf dem Balkon eingenistet haben?

Echte Gefahr droht nur bei Allergie

Die Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde rät, zunächst einmal Ruhe zu bewahren. Wirklich gefährlich könne ein Hornissenstich nur für Personen werden, die allergisch darauf reagieren. Zu Stichen komme es aber selten, da Hornissen, im Gegensatz zu Wespen, nicht von Süßigkeiten und anderen Nahrungsmitteln angelockt werden und sich so keiner unmittelbaren Bedrohung durch den Menschen aussetzen. 

Zudem seien Hornissen keine Dauergäste. Der gesamte Hornissenstaat samt Königin sterbe bei den ersten Nachtfrösten im Herbst ab, erklärt Schindler. „Davon abgesehen beziehen sie ein Nest kein zweites Mal. Ende September suchen sich die Jungköniginnen einen geeigneten Überwinterungsplatz und sorgen im neuen Jahr für ein neues Hornissenvolk.“

Nestbau: Am liebsten in Hohlräumen

Besonders beliebte Orte für ihre Nester sind Hohlräume. Da natürliche Nistmöglichkeiten wie hohle Bäume jedoch immer seltener werden, suchen sich die Tiere Ersatz. Nischen in Dachböden und Schuppen, Holzverkleidungen an Fassaden, Vogelnistkästen sowie Rollladenkästen seien oft genutzte Alternativen. „Hier ist es hilfreich zu wissen, dass Hornissen auch in der Dämmerung unterwegs sind und gerne zu Lichtquellen fliegen. Durch Fliegengitter oder geschlossene Fenster in Nestnähe kann man ein Einfliegen ins Haus vermeiden“, sagt sie.

Im Zweifelsfall gibt es Hornissenberater

Für den Fall, dass sich ein Hornissenvolk an einer kritischen Stelle niedergelassen hat, können Sie sich an die Untere Naturschutzbehörde wenden. In begründeten Ausnahmefällen könne dann eine so genannte artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung für eine Umsiedelung oder das Entfernen eines Nestes erteilt werden. Zudem könne die Untere Naturschutzbehörde Hilfe durch erfahrene, speziell ausgebildete Hornissenberater vermitteln.

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