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Verkehrssicherheit
Verzicht auf das Eltern-Taxi: Allgäuer Polizei appelliert

Manfred Guggenmos, der Verkehrsbeauftragte der Memminger Polizei, appelliert: "Bitte auf Eltern-Taxis verzichten."
  • Manfred Guggenmos, der Verkehrsbeauftragte der Memminger Polizei, appelliert: "Bitte auf Eltern-Taxis verzichten."
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Morgens halb acht vor der Memminger Elsbethen- und Bismarckschule: Schulkinder überqueren die Straße, dazwischen Radfahrer, Kinder mit Tretrollern, aus einem Schulbus springen kleine und größere Schülerinnen und Schüler. Dazu kommen Berufstätige, die zur Arbeit radeln, und so mancher Pendler, der mit dem Auto unterwegs ist. Schlicht: Es herrscht Verkehrschaos - an machen Tagen schlimmer, an anderen besser. Trotzdem immer mit dabei: Die Gefahr, dass es irgendwo zu einem Unfall kommt. 

Der Schulstandort in der Memminger Innenstadt gehört zum morgendlichen Unterrichtsbeginn zu den Hotspots in Sachen Verkehrssicherheit. Verständlich, dass viele Eltern ihre Kinder da also lieber selbst zur Schule bringen. Doch genau das macht die Situation vor den beiden Memminger Schulen nicht besser. Im Gegenteil: Viele Eltern fahren ihre Kinder mit dem eigenen Auto zur Schule und die sogenannten Eltern-Taxis lassen die Unfallgefahr dann sogar deutlich ansteigen.

Polizei und Stadt haben reagiert

Deswegen haben die Stadt und die örtliche Polizei mittlerweile reagiert. Es wurde eine temporäre 30er-Zone installiert, Warnschilder wurden aufgestellt und eine Straße unmittelbar vor der Schule zu den Hauptstoßzeiten gesperrt. Dazu kommen Schulweghelfer, eine Überwachung durch die örtliche Sicherheitswacht und regelmäßige Polizeikontrollen. "Die Situation hier ist mittlerweile deutlich besser, als noch vor einiger Zeit", sagt Manfred Guggenmos, der Verkehrsbeauftragte der Memminger Polizei. Trotzdem stellen die vielen Eltern-Taxis noch immer ein erhebliches Problem dar. Und zwar nicht nur vor den beiden Memminger Schulen, sondern überall, wo Eltern ihre Kinder morgens mit dem Auto zur Schule bringen.

Appell der Polizei

Deswegen die dringende Bitte der Polizei: "Bringen Sie Ihr Kind zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule." Wenn das nicht möglich ist, dann sollten Eltern den Nachwuchs zumindest nicht direkt vor der Schule absetzen. "Die restlichen 100 bis 200 Meter zur Schule können die meisten Kinder ohne Probleme selbst laufen", rät Guggenmos und fügt an, dass "ein wenig frische Luft vor dem stundenlangen Unterricht auch nicht schaden kann". 

Solche kleinen Maßnahmen könnten die Verkehrssituation vor vielen Schulen deutlich entspannen und bieten darüberhinaus einen weiteren Vorteil: Wenn die Kinder irgendwann allein mit dem Rad zur Schule unterwegs sind, dann sind sie deutlich besser auf den Straßenverkehr vorbereitet, erklärt Guggenmos weiter. Die Folge: Weniger Unfälle auf dem Schulweg. 

In Bayern mehrere hundert Unfälle mit Schulkindern im Jahr

Auch wenn an der Memminger Elsbethen-, bzw. Bismarckschule in den letzten Jahren kaum schwere Unfälle vorgekommen sind: Schulwegunfälle sind insgesamt keine Seltenheit. Allein von Januar bis Juli 2019 sind in Bayern 408 Schulweg-Unfälle von der Polizei aufgenommen worden. 503 Kinder wurden bei den Unfällen verletzt und ein Kind sogar getötet. 

Mehr Sicherheit für Schülerinnen und Schüler: Alle sind gefordert!

Allein der Verzicht auf die Elterntaxis ist natürlich kein Allheilmittel für einen sicheren Schulweg. Damit möglichst wenig passiert, sind auch alle anderen Verkehrsteilnehmer gefordert. Das heißt, dass auch Autofahrer sich an die eigene Nase fassen müssen. Wo auch immer (Schul-)Kinder unterwegs sein können, sollten Autofahrer runter vom Gas und besonders aufmerksam fahren. Vielleicht hilft es auch, eine Alternativroute zu wählen und nicht direkt an Kindergärten und Schulen vorbeizufahren. Gleiches gilt natürlich für Fahrradfahrer, die häufig ebenfalls zu schnell unterwegs sind und Verkehrsregeln mitunter gänzlich missachten.

Tipps von der Polizei: So kommen Kinder sicher in die Schule

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