Schlossfest
Ungewisse Zukunft des Seniorenheims in Fellheim trübt Stimmung auf dem Schlossfest

Zahlreiche Besucher, die zum Schlossfest des Johanneshof Schloss Fellheim gekommen waren, konnten die Worte am Eingang nicht übersehen: «Macht uns nicht heimatlos» stand da mit Kreide auf dem Asphalt. Die Nachricht vom Rückzug des aktuellen Trägers hatte sich bereits herumgesprochen und dementsprechend getrübt war die Stimmung während des Festes.

Heimleiter Gottfried Meissner sprach bei der Begrüßung von einem Interessenten, der das Objekt in dieser Woche in Gegenwart des Eigentümers sowie der Bau- und Heimaufsicht des Landratsamts besichtigen wolle. << Wir haben die Hoffnung, dass sich der Weg in die Zukunft ebnen lässt, >> so Meissner.

Pfarrer Hanspeter Milz leitete den Gottesdienst mit den Worten ein: << Vielleicht feiern wir das letzte Schlossfest. >> Aber er wünschte sich, dass die Heimbewohner << dieses Stück Heimat doch bewahren dürfen >> - auch wenn bereits manche von ihnen in anderen Häusern untergebracht worden seien, da die Situation den betroffenen Familien << sehr unsicher >> erschien, so Milz.

Plakate als Hilferuf in der Ortsmitte

Um zu klären, was jetzt zu tun ist und welche Rechte sie haben, wollen sich die Mitarbeiter des Schlosses juristisch beraten lassen, bevor sie sich << zu weit aus dem Fenster lehnen >>, so eine Angestellte. Trotzdem haben sie Hilferufe in Form von Plakaten in der Ortsmitte aufgehängt: << Kämpft mit uns für unsere Bewohner und unsere Arbeitsplätze >> ist darauf unter anderem zu lesen. Genehmigt hat die Aktion Bürgermeister Alfred Grözinger, der die Situation als << Katastrophe >> bezeichnete. Er könne es sich für die Mitarbeiter, die Heimbewohner und die Gemeinde nicht vorstellen, dass das Schloss in nächster Zukunft als << Ruine >> dastehe.

Mitarbeiter, Heimbewohner, Angehörige, Bürgermeister, Arzt und Apotheker - sie alle fühlen sich von der derzeitigen Situation << vor den Kopf gestoßen >> und << von der Art und Weise des Handelns enttäuscht >>. Ein Angehöriger fand es << unverständlich und ganz schlecht, dass sich bis jetzt kein Politiker für die Senioren starkgemacht hat >>. << Soziale Träger sollten an das Wohl der Menschen denken. Es haben keine Gespräche mit den Beteiligten stattgefunden, >> so Apotheker Christian Lazar. Besonders Dieter Hahn, ein 83-jähriger Bewohner, der dem Heimforum angehört, war emotional geladen und den Tränen nahe: << Wie einen Blitz hat uns die Nachricht getroffen. Woanders werden Millionen von Euro sinnlos ausgegeben und hier hackt man alten Menschen einfach die Wurzeln ab. Wir werden wie Pakete in Schließfächer abgeschoben. >>

Trotz der gedrückten Stimmung versuchten die Plesser Musikanten und der Musikverein Fellheim für heitere Abwechslung zu sorgen.

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