Special Tierskandal SPECIAL
Tierskandal Bad Grönenbach

Pressekonferenz
Tierskandal in Bad Grönenbach: Ermittlungen gegen neun Personen - darunter auch Veterinäre

Laut dem Leiter der Sonderkommission, Michael Haber durchsuchte die Polizei am Mittwochvormittag 21 Objekte in Bayern - darunter befanden sich auch Tierarztpraxen. Ermittelt wird gegen insgesamt neun Personen.
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  • Laut dem Leiter der Sonderkommission, Michael Haber durchsuchte die Polizei am Mittwochvormittag 21 Objekte in Bayern - darunter befanden sich auch Tierarztpraxen. Ermittelt wird gegen insgesamt neun Personen.
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Rund drei Wochen nach Bekanntwerden des Tierskandals in einem großen Milchviehbetrieb in Bad Grönenbach haben die Behörden jetzt - in einer Pressekonferenz in Memmingen - über den aktuellen Stand ihrer Ermittlungen informiert. Derzeit stehen neun Personen im Verdacht, gegen das Tierschutzgesetz verstoßen zu haben. Neben dem Betreiber des Milchviehbetriebes handelt es sich dabei auch um fünf seiner Mitarbeiter und drei Veterinäre. Gegen alle Personen wird seit Bekanntwerden des Skandals umfangreich ermittelt. 

Durchsuchungen an mehreren Orten

Unter anderem fanden am Mittwochvormittag Durchsuchungen in 21 Objekten statt. Ziel der Aktion war die Sicherstellung von Unterlagen. Diese sollen einen Aufschluss über die Abläufe und die Organisation in dem betroffenen Großbetrieb liefern. Neben verschiedenen Betriebsstätten durchsuchten die Behörden auch mehrere Wohnungen und Tierarztpraxen. Laut Staatsanwalt Thomas Hörmann liegen die durchsuchten Objekte im Unterallgäu, dem Oberallgäu und der Stadt Kempten. Darüberhinaus wurden auch in den Landkreisen Ravensburg, Günzburg, Haßberge und Weilheim-Schongau Durchsuchungen durchgeführt. Insgesamt waren am Mittwoch rund 160 Polizeibeamte, elf Staatsanwälte und vier Veterinäre im Einsatz. 

Videomaterial voraussichtlich gerichtlich verwertbar

Grund für die Durchsuchungen war auch das Videomaterial, das Tierquälereien in dem Bad Grönenbacher Betrieb dokumentiert. Laut Kriminalkommissar Michael Haber von der Kripo Kempten lägen der Polizei und Staatsanwaltschaft etwa 1.500 Einzeldateien vor. Diese müssten jetzt ausgewertet und zugeordnet werden. 
Die Aufnahmen - die durch den Verein Soko Tierschutz vorgelegt wurden - seien voraussichtlich auch vor Gericht verwertbar, so Staatsanwalt Thomas Hörmann ergänzend. 

Rund die Hälfte aller Tiere waren auffällig

An den Ermittlungen sind auch Experten des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit beteiligt. Im Rahmen von mehreren Kontrollen stellten die Veterinäre eine größere Zahl von erkrankten und verletzten Tieren fest. Von den rund 2.300 Tieren im Bad Grönenbacher Hauptbetrieb hätten 191 Milchkühe und 46 Kälber deutliche gesundheitliche Auffälligkeiten gezeigt, so Dr. Martina Sedlmayer - bei etwa jedem zweiten Tier seien zumindest leichte Verletzungen durch ein "leichtes Lahmen" festgestellt worden. 
Darüberhinaus mussten mehrere Tiere notgetötet werden. Im Verhältnis zu anderen Betrieben stelle die Zahl der auffälligen Tiere einen relativ hohen Wert dar, so Sedlmayer weiter. 

Ermittlungen werden noch einige Zeit andauern

Aufgrund des Umfangs und der Komplexität des Falls hat die Polizei eine ca. 30-köpfige Sonderkommission eingerichtet. Geleitet wird diese vom Kemptner Kripo-Chef Michael Haber. Laut Haber seien sich die Beamten des öffentlichen Interesses bewusst und arbeiten mit Hochdruck an den Ermittlungen.

Mehr über das Thema erfahren Sie in der Donnerstagsausgabe der Allgäuer Zeitung vom 01.08.2019.

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Autor:

David Yeow aus Kempten

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