Kreiskliniken
Stationäre Augenheilkunde in Ottobeuren geplant

In der Kreisklinik in Ottobeuren soll im Frühjahr eine stationäre Abteilung für Augenheilkunde eingerichtet werden. Das hat Klinikumsvorstand Franz Huber im Rahmen eines Pressegesprächs bekannt gegeben. Für Ottobeuren sei das eine «gute Chance», so Huber, der mit Blick auf die Patienten von einem «allgäuweiten Einzugsgebiet» spricht. Geplant seien Eingriffe am Auge, die ambulant nicht machbar sind.

«Das Juristische ist geklärt», sagte Huber. Drei Belegbetten (siehe Infokasten) aus Mindelheim sollen nach Ottobeuren verlegt werden, so der Vorstand. Er sprach von «räumlichen Verschiebungen», in die auch die Räume der ehemaligen Klinik für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) einbezogen würden. Wie berichtet, hat die TCM-Klinik ihren Standort im Sommer nach Illertissen verlegt. Aktuell laufen laut Huber vertragliche Vereinbarungen mit möglichen Belegärzten, weshalb er zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr zu dem Thema sagen könne.

Unterdessen deuten sich weitere Veränderungen bei den Kreiskliniken an: Dr. Wolfgang Lenz vom Augenzentrum Dillingen wird womöglich nicht mehr am Mindelheimer Krankenhaus operieren, wie er das seit rund zwei Jahren getan hat. Noch liefen Gespräche, hieß es vonseiten der Dillinger Geschäftsleitung. Ähnlich äußerte sich auch Huber. «Wir verhandeln ergebnisoffen.»

Kritik kommt aktuell vom Personalrat. Der Vorsitzende Siegfried Trexler und sein Stellvertreter Klaus Plate zeigen sich besorgt über die Gesamtentwicklung des Kommunalunternehmens. Trexler hält Vorstand Huber mangelhafte Informationspolitik vor. «Wir als Personalrat werden systematisch ausgebootet», glaubt der Personalratsvorsitzende. Im Jahr 2008 noch, als die Peritinos AG ein Sanierungskonzept erarbeitet hatte, habe es geheißen, alle säßen in einem Boot, «wir schaffen das gemeinsam», so Trexler. Der Personalrat habe damals so manchen Sparbeschluss mitgetragen. Rund 50 Stellen seien über die natürliche Fluktuation und über Arbeitszeitverkürzungen abgebaut worden. Der elfköpfige Personalrat frage sich längst, was aus den Sanierungserfolgen von 2008 geworden ist.

«Spärlicher» Informationsfluss

Im Hinblick auf die Informationspolitik habe sich der Wind seit Jahresbeginn 2010 gedreht. Informationen erreichen den Personalrat nach dessen Darstellung seit Amtsantritt von Vorstand Huber nur noch «sehr spärlich». Einen Stellenplan etwa kennen Trexler und Plate bis heute nicht, obwohl sie ihn angemahnt hätten. Ihnen lägen auch keine Informationen darüber vor, wo die mehr als 14 Stellen im Hause geschaffen worden sein sollen, von denen Huber in der Öffentlichkeit sprach.

Noch Anfang Dezember 2009 habe Landrat Hans-Joachim Weirather Trexler schriftlich die Absicht zugesichert, den Personalrat auch im Jahr 2010 zu den Sitzungen des Verwaltungsrates einzuladen. Dies sei heuer mit einer Ausnahme nicht geschehen.

Auf dieser Sitzung im Oktober hat sich das Unternehmen eine neue Satzung gegeben, die unter anderem die Zusammenarbeit zwischen Verwaltungsrat und der Leitung des Kommunalunternehmens regelt. Die Veränderungen treten zum 1. Januar 2011 in Kraft. Neu geschaffen wurde etwa ein Direktorium - ein Beratungsgremium -, das sich aus dem Vorstand sowie einem Ärztlichen Direktor, einem Pflegedirektor und einem kaufmännischen Direktor zusammensetzt.

Zum Ärztlichen Direktor, der für beide Kliniken zuständig ist, wurde Chefarzt und Privatdozent Dr. Peter Steinbigler von den Chefärzten beider Häuser gewählt. Er ist zugleich Ärztlicher Leiter des Mindelheimer Krankenhauses. Neuer Pflegedirektor ist Stanislav Koren vom Krankenhaus in Ottobeuren. Er war bisher Pflegekoordinator. Der kaufmännische Direktor soll im Frühjahr eingestellt werden. Die Entscheidung sei gefallen, die Verträge aber noch nicht unterschrieben, so Huber.

 

Zum Januar tritt ein neues Direktorium, ein Beratungsgremium, seinen Dienst an (von links): Vorstand Franz Huber, neuer Ärztlicher Direktor Dr. Peter Steinbigler und Pflegedirektor Stanislav Koren. Die Stelle des kaufmännischen Direktors ist noch offen. Foto: Kreiskliniken

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